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Aktuell: Sensation beim Trockenfleisch-Test
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Report: Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?
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Tipps & Wissen: IFFA 2016: Metzgerei-Trends
Erfolgreiche Mefa 2015
SFF-Tagung: Fleisch und Nachhaltigkeit
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17.1.2016
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Tierwohl gewährleisten aber wie?

Nutztier-Landwirte stehen heute der Herausforderung gegenüber, die Ansprüche von Verbrauchern bezüglich Produktsicherheit und Tierschutz unter verhältnismässigen Kosten zu erfüllen. Technologische Entwicklungen haben zu steigenden Standards in der Gesundheit, dem Wohlergehen und der Produktqualität von Nutztieren geführt.

Nutztierhalter haben die schwierige Aufgabe, Tiere aufzuziehen, um sichere Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung herzustellen. Zusätzlich fordern Verbraucher zunehmend, dass Nahrungsmittel hohe Standards an Qualität und Tierschutz erfüllen – alles zu einem erschwinglichen Preis.

In diesen Herausforderungen liegen Chancen, sich in der Nahrungsmittel-Produktion neue Technologien zu eigen zu machen, die für die Gewährleistung einer sicheren, verlässlichen und nachhaltigen Nahrungsmittel-Versorgung entscheidend sind.

Mit der wachsenden Weltbevölkerung ist die Nachfrage nach Lebensmitteln, insbesondere Fleisch, höher als je zuvor. Über die vergangenen Jahrzehnte wurden intensive Landwirtschaftssysteme eingeführt, die eine effizientere Herstellung von Tieren und Nutzpflanzen ermöglichen. Dies hat zu einer reichhaltigeren und erschwinglicheren globalen Nahrungsmittelversorgung geführt.

In letzter Zeit interessieren sich europäische Verbraucher zunehmend für die Gesundheit und den Schutz von Nutztieren. In der Schweiz und der EU müssen Landwirte sich an Gesetze halten, die den Schutz aller Nutztiere und -spezies betreffen – insbesondere Vorschriften für Kälber, Schweine und Geflügel. Guter Tierschutz gemäss der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) bedeutet, zu gewährleisten, dass die Tiere „gesund, behaglich, wohlgenährt und sicher sind, ihr angeborenes Verhalten zum Ausdruck bringen können und [...] nicht unter unangenehmen Umständen wie Schmerz, Angst oder Elend leiden müssen.“

Um dies zu erreichen, müssen Landwirte Massnahmen ergreifen um eine angemessene tierärztliche Versorgung sicherzustellen und somit Krankheiten zu vermeiden, sie müssen eine geeignete Unterkunft zur Verfügung stellen, gute Ernährung gewährleisten, und humane Haltungs- und Schlachtpraktiken anwenden. Die Technologieentwicklung hat sich mit mehreren dieser Aspekte befasst und vielerorts zu einer Verbesserung des Nutztierschutzes geführt. Einige dieser Entwicklungen sind aufgeführt:

Fortschritte in selektiver Tierzucht

Viele hundert Jahre lang haben Landwirte Tiere und Pflanzen selektiv gezüchtet, was zu den vielen Arten geführt hat, die wir heute in der modernen Nahrungsmittelversorgung nutzen. Historisch lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung vorteilhafter Eigenschaften zur Produktivitätssteigerung (z. B. erhöhte Eiproduktion in Hühnern oder Milchproduktion in Kühen) und in der Verringerung der Krankheitsanfälligkeit.

In den letzten Jahren haben Fortschritte in der Genanalyse die Entwicklung selektiver Zuchtpraktiken ermöglicht, die antisoziale oder ungewünschte Verhaltensmerkmale einschränken. Ein Beispiel ist das Federpicken bei Hühnern, das zu Verletzungen führen kann. Landwirte können gegen schädliche Verhaltensweisen selektieren indem sie über Generationen hinweg das Verhalten einzelner Hühner vor dem Züchten beobachten. Dies ist jedoch in der modernen Intensivlandwirtschaft unerschwinglich zeitintensiv und teuer.

Um diesen Prozess zu beschleunigen, werden biologische Proben zur Genanalyse an ein Labor geschickt, um die für schädliches Verhalten wie Federpicken verantwortlichen Gene zu identifizieren. Selektive Zucht kann also die Notwendigkeit alternativer Methoden wie Schnabelstutzen verringern, die aufgrund der verursachten Schmerzen den Tierschutz auf den Plan rufen.

Präzisionsmanagement

Auf modernen landwirtschaftlichen Nutztierbetrieben gewinnen Landwirte eine bessere Kontrolle über die Herstellungsprozesse dank präziser Steuerungstechnologien, die Internetkommunikation, IT-basierte Managementsysteme und Echtzeit-Datenüberwachung und -analyse vereinen. Durch die Verfolgung der Zufuhr von Futter, Wasser und Energie ermöglichen diese Technologien Landwirten sowohl Ressourcen als auch die Gesundheit, das Wohlergehen und die Leistung der Tiere zu überwachen – manchmal mit nur einem Tippen eines Tablet-Knopfes.

Präzisionmanagementsysteme können speziell zur Verbesserung des Nutztierschutzes verwendet werden. Zum Beispiel kann die automatische Echtzeitvideoüberwachung von Geflügelhäusern Zonen niedriger oder abnormaler Besetzung, Probleme mit der Klimakontrolle oder fehlerhafte Futter- oder Wasserversorgung erkennen und einen automatischen Alarm auslösen. Ein zügiges Lösen dieser Probleme gewährleistet, dass die Tiere nicht an Hunger, Durst, Beschwerden oder Schmerz leiden, gemäss den anerkannten fünf Freiheiten des Tierschutzes.

Mögliche zukünftige Anwendungen dieser Systeme beinhalten elektronisches Markieren und "virtuelles Einzäunen" von Rindern in Freiland-Weidehaltung. Diese Technologien vereinen akustische Signale (Töne) mit positiver Verstärkung (z. B. kleinen Mengen an Futter oder frischer Weidefläche), um Rinder je nach Notwendigkeit zu Futter, frischem Wasser oder Unterkunft zu leiten und auf Verletzungen oder Krankheiten hin zu überwachen, ohne ihre Freiheit zu beeinträchtigen, ihrem normalen Verhalten nachzugehen. (Text: eufic, FOOD TODAY 08/2015)




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