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17.10.2008

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Food verdrängt Nonfood im Supermarkt

Supermärkte schaffen mehr Platz für Lebensmittel - Frischwaren und Fertiggerichte verdrängen Nonfood-Angebote.


Bei Food verzeichneten die Supermärkte einen Zuwachs von 37%, vor allem bei Convenienceprodukten. Schon 30% der Westeuropäer wärmen gekauftes Essen statt es zu selbst zu kochen.

Supermärkte und Selbstbedienungs-Warenhäuser haben ihr Nonfood-Angebot nach Erkenntnissen des EHI Retail Institute (http://www.ehi.org) drastisch verkleinert. Statt Bohrmaschinen, Autopolitur und Flachbildschirmen konzentriert sich die Branche wieder auf ihre Kernkompetenzen. "Mit immer mehr frischen Lebensmitteln und vielen Fertiggerichten sollen die Herzen der Kunden zurück gewonnen werden. In den letzen acht Jahren wurde die Zahl der Nonfood-Artikel in grossen Supermärkten um 38 Prozent reduziert. Die SB-Warenhäuser führen heute 15 Prozent weniger Nonfood als im Vergleichsjahr 2000", teilt das EHI mit.

Ein Supermarkt mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von 3.000 Quadratmetern hat ein Sortiment von rund 25.000 Artikeln. Das SB-Warenhaus mit 7.000 Quadratmetern Verkaufsfläche hält für seine Kunden rund 50.000 Artikel bereit. Während in beiden Betriebsformen die Gesamtanzahl der Artikel seit dem Jahr 2000 konstant geblieben ist, gab es deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Warengruppen.

Beide Betriebsformen haben Textilien, Schuhe, Elektronik, Presse und andere Artikel zugunsten von frischen Lebensmitteln aber auch Fertiggerichten, sogenanntes Convenience-Food, abgebaut. "Besonders die grossflächigen Lebensmitteleinzelhändler bekamen in den vergangenen Jahren die Konkurrenz der so genannten 'Category Killer' zu spüren. Das sind Elektrofachmärkte, Baumärkte oder Blumenfachmärkte", so das EHI.

SB-Warenhaus- und Supermarktbetreiber stockten ihr Frischesortiment auf. In der gesamten Warengruppe Food verzeichneten die grossen Supermärkte einen Zuwachs von 37 Prozent und die SB-Warenhäuser von 23 Prozent. Die Händler reagieren mit ihrem stark erweiterten Frische- und Convenience-Angebot nach Angaben des EHI auf das knappere Zeitbudget, das der deutsche Verbraucher für das Zubereiten von Mahlzeiten aufwendet. Daher hat sich dieses Sortiment in dem Vergleichzeitraum zwischen 2000 und 2008 nahezu vervierfacht. Grosse Supermärkte führen im Schnitt knapp 340 Frische-Convenienceprodukte, SB-Warenhäuser über 400.

Das Konsumentenverhalten wandelt sich auch nach Erkenntnissen von Tudor Andronic, verantwortlich für Retail Systems Development bei Bizerba (http://www.bizerba.de), extrem in Richtung frischer Lebensmittel. "Gleichzeitig bereiten immer weniger Menschen ihr Essen in den eigenen vier Wänden zu. In Westeuropa soll dieser Anteil schon bei 70 Prozent liegen, weltweit bei 50 Prozent. Das ist für den Handel eine grosse Herausforderung. Zudem steigt das Gesundheitsbewusstsein.

Verbraucher wollen nicht nur wissen, wieviel die Produkte kosten, sondern welche Inhaltsstoffe sie aufweisen, Informationen über Fettgehalt und Kalorien, aber auch wo und wie sie verarbeitet wurden. Hier muss der Handel ein steigendes Informationsbedürfnis abdecken", weiss Andronic. Bedeutend sei auch das Management von frischen Lebensmitteln. "Bei einer Profitmarge von zwei Prozent kann man sich keine grossen Fehler erlauben. Wenn man eine Erdbeere wegen Verderb wegwirft, muss der Händler 50 Erdbeeren verkaufen, um das zu kompensieren. Die Logistikkette muss also exzellent funktionieren", resümiert Andronic. (pte) (gb)


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