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13.1.2009

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KURZNEWS 13. Januar 2009

Bell-Gruppe 2008 stark gewachsen / Coop und Migros senken Preise von Markenartikeln / Fish4future - Neues Label für nachhaltigen Meerfischfang / Känguru- und Kamel-Fleisch dient Klimaschutz / Emmi übernimmt Roth Käse USA / Hohe Umsätze bei Coop und Migros




Bell Gruppe 2008 stark gewachsen

Die Bell Gruppe hat im Geschäftsjahr 2008 den Nettoerlös um 300 Mio. CHF oder über 18 % auf 1,94 Mrd. CHF steigern können. Vom Umsatzwachstum entfallen rund 130 Mio. CHF aus Mehrvolumen im Inland und rund 90 Mio. CHF aus den Akquisitionen 2008. Sämtliche Geschäftsfelder haben zum Umsatzanstieg beigetragen. Die während dem ganzen Jahr freundliche Konsumstimmung, eine starke Grillsaison sowie ein gutes Weihnachtsgeschäft haben die positive Entwicklung unterstützt.
(Quelle: Bell Holding / 13.1.2009)



Migros senkt per sofort Preise für 150 Markenartikel

Der Grossverteiler Migros nimmt den Fehdehandschuh von Konkurrent Coop auf und senkt per sofort die Preise für 150 Markenartikel. Dadurch werde die Preisparität mit Coop hergestellt, sagte Migros-Sprecherin Monika Weibel am Montag, 12. Januar 2009 gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Migros-Chef Herbert Bolliger habe kürzlich gesagt, Migros lasse sich nicht unterbieten, begründete die Migros-Sprecherin den Preisabschlag.

Migros wolle nicht teurer sein und habe deshalb jetzt 150 Preise angepasst. Die Kunden sollten sich darauf verlassen können, ebenfalls von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bei Markenartikeln profitieren zu können. Der Preisabschlag geht laut Weibel voll zu Lasten der Migros. Die Kosten beliefen sich auf rund 25 Millionen Franken.

Die Preisstrategie der Migros sei es, dass Kunden, die über das ganze Jahr beim Grossverteiler einkauften, gegenüber dem Hauptkonkurrenten 5 bis 10 Prozent günstiger einkaufen könnten, sagte Weibel weiter. Beibehalten will Migros die Tiefpreisgarantie bei M-Budget. Der Anteil der Eigenmarken liegt bei Migros bei über 90 Prozent.

Vor einer Woche preschte Coop vor, indem die Preise für 600 Markenartikel gesenkt wurden. Mit tieferen Preisen bei Markenprodukten will sich Coop im Wettbewerb gegen die Discounter Denner und Lidl behaupten. Die Preisreduktion kostet Coop pro Jahr rund 100 Mio. Franken.
(Quelle: LID / 12.01.2009)



Fish4future – ein Gastro-Label für nachhaltigen Fischfang

Mehr als die Hälfte des in der Schweiz konsumierten Fisches – 55 Prozent oder rund 31‘000 Tonnen pro Jahr – wird in der Schweiz in Restaurants verzehrt. Noch immer kommen hier vorwiegend Fische aus konventionellem, meist unzureichend deklariertem Fang auf den Tisch. Das will das Schweizer Label «fish4future» gemeinsam mit OceanCare ändern.

Anders als im Detailhandel, erhält der Konsument in der Gastronomie wenig Informationen, woher der Fisch stammt und welchen Anforderungen der Fang entspricht. Bis anhin hatte der Gast im Restaurant kaum eine Möglichkeit, gezielt auf die Handelskette Einfluss zu nehmen. Eine Lücke, die «fish4future» nun mit einer wählbaren Alternative schliesst.

«fish4future» zeichnet als Schweizer Label mit internationaler Ausrichtung spezifisch für die Gastronomie nachweislich nachhaltig gefangenen oder gezüchteten Fisch vom Produzenten bis zum Endkonsumenten aus und schafft damit Transparenz auf allen Handelsebenen. Gewährleistet wird die Rückverfolgbarkeit durch das Institut für Marktökologie in Weinfelden (IMO), welches dem Label beratend zur Seite steht.

Um in der Schweiz vermehrt hinsichtlich der drohenden Überfischung zu sensibilisieren, arbeitet «fish4future» neu auch mit OceanCare zusammen, einer gemeinnützigen Organisation, welche sich für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane einsetzt. Seit zwanzig Jahren verschafft sich OceanCare mit konstruktiven Massnahmen wie Forschungsprojekten und Umweltbildungskampagnen sowie dem Engagement im Bereich der internationalen Gesetzgebung weit über die Landesgrenzen hinaus Gehör und setzt Verbesserungen durch.

Toby Herrlich, Geschäftsführer von Bayshore SA: „Mit unserem Label «fish4future» möchten wir all jene ansprechen, die ihren Beitrag zur Sicherung einer zukünftigen Verfügbarkeit von Fisch- und Seafoodprodukten leisten und gleichzeitig von der Dynamik der nachhaltigen Entwicklung profitieren möchten. Wir sind stolz, mit OceanCare den geeigneten Partner für eine Kooperation zum Schutz der Ozeane gefunden zu haben. Wir freuen uns, die Synergien im Bereich der Kommunikation zu nutzen, um viele neue Interessenten zu erreichen und im Bereich Nachhaltigkeit für Fisch und Seafood dem Bedürfnis nach Information entgegen zu kommen.“

Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, ergänzt: «In Schweizer Läden und Restaurants ist das Angebot an Speisefischen aus dem Meer trügerisch üppig. Rasch geht angesichts der kulinarischen Köstlichkeiten vergessen, dass sich in den Ozeanen aufgrund der Überfischung eine ökologische Katastrophe anbahnt. Der Schweizer Detailhandel hat die Zeichen bereits erkannt und bietet zunehmend nachhaltige Fischprodukte aus Zucht und Wildfang an. Jetzt können auch Schweizer Gastronomen nachziehen: ‹fish4future› ist das erste Label, welches nachhaltige Fische gezielt in die Gastronomie bringt. OceanCare unterstützt den wichtigen Beitrag zum Schutz der Meere, welchen die Initianten von ‹fish4future› mit ihrem Projekt leisten.»
(Quelle: OceanCare / 12.01.2009)



Kängurusteak und Kamelschnitzel dienen dem Klimaschutz

Statt Rinderbraten und Lammhaxe sollten umweltbewusste Australier künftig Kängurusteak und Kamelschnitzel essen. Eine solche Ernährungsumstellung diene dem Umwelt- und Klimaschutz, fanden australische Forscher heraus. Im Gegensatz zu Rindern und Schafen produziere das australische Wappentier kaum klimaschädliche Gase, berichtet die Nachrichtenagentur SDA am Sonntag, 11. Januar 2009. Das Rülpsen und Furzen der traditionellen Herdentiere trägt in Australien hingegen erheblich zum Ausstoss von Treibhausgasen bei.

Die Begründung für den Verzehr von Kamelen ist eine andere. Seit sie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Lasttiere auf den Kontinent gebracht wurden, haben sie sich rasant vermehrt. Als Strassen und Eisenbahn sie überflüssig machten, wurden sie in die Wildnis entlassen. Dort fügen die inzwischen über eine Million Kamele – eine der grössten Herden der Welt – dem Ökosystem erheblichen Schaden zu.

«Kamele essen und statt Schafen und Rindern Kängurus züchten», lautet die Forderung der Studie von Professor Ross Garnaut, dem obersten Berater der australischen Regierung in Fragen des Klimawandels. Bis 2020 könnte die Zahl der Schafe und Rinder um sieben beziehungsweise 36 Millionen Stück reduziert werden, heisst es. Im Gegenzug sollte die Zahl der Kängurus von 34 Millionen auf 240 Millionen anwachsen. Doch die Ernährungsgewohnheiten der Australier umzustellen sei keine einfache Aufgabe, räumen die Experten ein. Viele Australier halten die Vorstellung, das Nationaltier zum Nationalgericht zu machen, für geschmacklos.
(Quelle: LID / 12.01.2009)



Emmi übernimmt die US-amerikanische Roth Käse USA Ltd

Emmi übernimmt per 1. Januar 2009 den US-Käsespezialisten Roth Käse USA Ltd und baut damit die Marktposition im US-Käsegeschäft weiter aus. Emmi hält im Rahmen einer strategischen Partnerschaft seit 2006 eine Minderheitsbeteiligung an Roth Käse Ltd, welche mit amerikanischen Käsespezialitäten vor allem im Bereich Food Service stark wächst. Emmi ist seit Jahren mit Schweizer Käse erfolgreich in den USA tätig. Die beiden Unternehmen wollen mit Schweizer Premiumkäse und US-Spezialitäten in den Bereichen Detailhandel und Food Service gemeinsam weiter wachsen. Die Parteien haben zum Kaufpreis Stillschweigen vereinbart.
(Quelle: Emmi / 8.1.2009)



Sortenorganisation verliert «Gruyère»-Streit

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde gegen die Markeneintragung von «Gruyère Cuisine, Production en France» abgewiesen. Laut Urteil besteht keine Verwechslungsgefahr mit dem Zeichen für den AOC-geschützten Schweizer Gruyère. Gegen die Eintragung der Wort-Bild-Marke «Gruyère Cuisine, doux, Production en France» ins Markenregister hatten das Bundesamt für Landwirtschaft und die Sortenorganisation «Interprofession du Gruyère» Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht erhoben, wie die Nachrichtenagentur SDA am Mittwoch von letzter Woche berichtete.

Die Beschwerdeführer hatten argumentiert, dass eine Verwechslungsgefahr mit dem bekannten Zeichen «Le Gruyère Switzerland» für den AOC-geschützten Schweizer Käse bestehe. Das ist laut den Richtern in Bern aber nicht der Fall. Einzige Gemeinsamkeit der beiden Zeichen sei das Wort Gruyère. Daneben trügen die beiden Zeichen aber ausreichend verschiedene Merkmale, damit sie vom Konsumenten nicht verwechselt würden. Die Frage der rechtlichen Konsequenzen des AOC-Schutzes von Gruyère könne im Rahmen des markenrechtlichen Widerspruchsverfahrens offen bleiben.
(Quelle: LID / 07.01.2009)



Migros steigert Umsatz im 2008

Der Grossverteiler Migros ist im Geschäftsjahr 2008 etwa gleich stark gewachsen wie der Konkurrent Coop. Der Gruppenumsatz wuchs um 13 bis 15 Prozent. Im Jahr 2007 hatte die Migros einen Rekordumsatz von 22,7 Milliarden Franken erzielt. Auf operativer Ebene sei 2008 eines der besten Jahre in der Migros-Geschichte gewesen, sagte Herbert Bolliger, Präsident der Generaldirektion des Migros Genossenschaftsbundes (MGB), laut der Nachrichtenagentur SDA am 6. Januar 2009 an der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Presse.

Die Finanzkrise habe jedoch Spuren hinterlassen. Die Migrosbank habe unter Wertkorrekturen durch die Börsenbaisse gelitten. Und auch der MGB habe seine Geldanlagen wertberichtigen müssen. Der Gewinn 2008 werde das Vorjahresniveau nicht erreichen. Für 2007 hatte die Migros einen Gewinn von 801 Millionen Fr. ausgewiesen.

Die Konjunkturabschwächung dürfte im laufenden Jahr zu einem stark gedämpften Wachstum von noch rund zwei Prozent führen. Dank der guten Lohnabschlüsse sei das verfügbare Einkommen für den Konsum vorhanden. Die Frage werde aber sein, wie sich die Konsumentenstimmung entwickle.

Die Konsumenten dürfen sich über tiefere Preise freuen. Milch- und Brotpreise seien bereits ins Rutschen geraten. Und auch die Preisoffensive von Coop werde die Migros nicht unbeantwortet lassen. «Wir lassen uns nicht unterbieten», sagte Bolliger mit kämpferischem Unterton. Eine Reaktion werde rasch folgen. Mit dem Eintritt des deutschen Discounters Lidl in den Schweizer Markt im Frühjahr 2009 zeichne sich eine zweite Preissenkungswelle ab. Bolliger erinnerte jedoch daran, dass der Konsument Produktqualität, Sortiment und den Standort bei Kaufentscheiden höher gewichte als den Preis.
(Quelle: LID / 7.1.2009)



Bestes Geschäftsjahr in der Coop-Geschichte

Coop schliesst das Geschäftsjahr 2008 mit einem Rekordergebnis ab. Der Detailhandelsumsatz ist um 15,1 % auf 18,1 Mrd. Franken angewachsen. Dies trotz konjunktureller Abschwächung im zweiten Halbjahr. Die Teuerung des Coop-Sortiments lag nur bei 0,9 %, das heisst, mind. 1 % unter derjenigen des gesamten Detailhandels.

Die Coop-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen Detailhandelsumsatz von rund CHF 18,1 Mrd. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von CHF 2,4 Mrd. oder 15,1 %. Dabei handelt es sich um ein ausserordentlich gutes Ergebnis, insbesondere vor dem Hintergrund der konjunkturellen Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte.

Im Verlaufe des Geschäftsjahres 2008 sind wiederum bei 480 Artikeln die Preise gesenkt worden. Zudem wurde Ende September bei der Marke Prix Garantie auf 430 Produkten eine Tiefstpreisgarantie eingeführt. In der ersten Jahresh& auml;lfte mussten rohstoffbedingte Preisanhebungen, insbesondere bei Brot und Milch, getätigt werden.

Verschiedene Preiserhöhungen konnten auf Grund der sinkenden Rohstoffpreise am Ende des Jahres wieder zurück genommen werden, beispielsweise bei Milch und Brot. Die Marke Naturaplan entwickelt sich nach wie vor überdurchschnittlich. Die Umsatzzunahme von 8,4 Prozent bestätigt unsere Philosophie der Nachhaltigkeit. Coop konnte ihre Leaderposition auf dem Schweizer Bio-Markt auch 2008 deutlich ausbauen.

Coop hat nach dem Weko-Entscheid im April 2008, zwölf ehemalige Carrefour Verkaufsstellen übernommen und in Coop Megastores umgebaut. So konnte sie auf einen Schlag die Anzahl der Megastores praktisch verdoppeln. Coop verfügt heute über 27 (+13) Megastores, 89 (+1) grosse Supermärkte C (1’800 - 3’000m2) und 174 (+3) mit tlere Supermärkte B (800 - 1’400m2) sowie 527 (-2) kleine Supermärkte A (250 - 600m2). Der Umsatz der 817 Megastores und Supermärkte hat im letzten Jahr um erfreuliche 7,5 % zugenommen.

Die gesamte Direktion Trading mit den Formaten Warenhäuser Coop City, Bau+Hobby, Import Parfümerie, Toptip/Lumimart, Interdiscount sowie Christ Uhren & Schmuck zählte per 31. Dezember 2008 insgesamt 541 Verkaufsstellen, das sind 14 mehr als im Vorjahr. 21 Neueröffnungen stehen 7 Schliessungen gegenüber. Insgesamt erzielte Coop in den Verkaufsstellen Trading einen Umsatz von ca. CHF 3,3 Mrd. Dies entspricht einer Zunahme von 4,4 %.

Die Verkaufsstellen der voll konsolidierten Tochtergesellschaften – u.a. Coop Mineralöl AG inkl. Coop Pronto, Coop Vitality AG und Dipl. Ing. Fust AG – erzielten im Geschäftsjahr 2008 ca. CHF 3,1 Mrd. Kassenumsatz. Dies entspricht einer Zunahme von rund CHF 1,2 Mrd., oder 64,2 %. Dieser Umsatz wurde mit insgesamt 408 (+30) Verkaufsstellen erzielt. Unter Ausklammerung von Dipl. Ing. Fust AG – im Jahr 2007 wurde nur der Dezember 2007 konsolidiert – beträgt das Wachstum immer noch CHF 0,4 Mrd., oder 22,2 %.

Die Verkaufsstellen der Bell Gruppe sind darin ebenfalls enthalten. Ab Dezember 2008 ist die in Deutschland erworbene Zimbo mit 93 zusätzlichen Verkaufsstellen voll konsolidiert. Die Coop Tankstellen sowie die Formate Coop Pronto und Coop Vitality erzielten auch im vergangenen Jahr ein ausserordentlich hohes Umsatzwachstum.

Alle Internetshops der Coop-Gruppe erzielten einen Umsatz von CHF 0,1 Mrd. Dies bedeutet eine Zunahme von 45,8 %.Die gesamte Coop-Gruppe zählte per Ende Jahr 1’885 Verkaufsstellen (Vorjahr 1'739). Die Verkaufsfläche insgesamt betr ug per 31. Dezember 2008 ca. 1,701 Mio. m2. Dies sind 0,078 Mio. m2 mehr als ein Jahr zuvor. Dieser Flächenzuwachs im Jahre 2008 ist ungewichtet und entspricht einem Plus von 5,1 %.

Der konsolidierte Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen der Coop-Gruppe wird mit CHF 18,3 Mrd. den Vorjahreswert von CHF 15,8 Mrd. um CHF 2,5 Mrd. oder gegen 16 % übertreffen. Selbst ohne Berücksichtigung der beiden Akquisitionen Dipl. Ing. Fust und Carrefour Schweiz beträgt das innere Gruppenwachstum gegen 9 %.

Die nicht in die Coop-Gruppe konsolidierte Transgourmet Schweiz AG (Joint-Venture 50/50 % Coop mit Rewe im Abhol- und Belieferungsgrosshandel in der Schweiz und in Frankreich) erreichte im Jahre 2008 insgesamt einen Umsatz von ca. CHF 3,5 Mrd. oder 4,7 % mehr als 2007. Währungsbereinigt bet rägt das Wachstum 6,7 %. Sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich ist die Transgourmet-Gruppe Marktführer. Ab dem Jahr 2009 wird das Joint Venture Transgourmet-Gruppe mit der REWE Group deutlich erweitert, mit Aktivitäten in Deutschland, Polen, Rumänien und Russland.
(Quelle: Coop / 6.1.2008)



Coop senkt Preise von Markenartikeln

Coop will sich mit tieferen Preisen bei Markenprodukten im Wettbewerb gegen die Discounter behaupten. Ab Montag, 5. Januar werden über 600 Markenartikel in den Gestellen der Coop-Filialen durchschnittlich 12 Prozent weniger kosten, wie der Grossverteiler mitteilte. Nach Angaben von Coop handelt es sich um den grössten Preisabschlag aller Zeiten. Konzernchef Hansueli Loosli sprach an einer kurzfristig anberaumten Medienkonferenz sogar von «einem mittleren Erdbeben bei den Markenartikelpreisen in der Schweiz».

Erklärtes Ziel von Coop ist es, preislich mit Denner und Lidl, der schon bald im Schweizer Detailhandel mitmischen wird, mithalten zu können. Gemäss Marketingchef Jürg Peritz will der Grossverteiler mindestens die gleich tiefen Preise wie die beiden Discounter anbieten können.

Mit den Produktelinien Prix Garantie und der Qualité & Prix habe Coop bei den Tiefpreisprodukten und den Eigenmarken die Preisparität mit dem Hauptkonkurrenten Migros bereit herstellen können, sagte Peritz. Gleiches soll nun auch bei den Markenartikeln geschehen. Die Preisreduktion bei den über 600 Markenartikeln kostet Coop pro Jahr rund 100 Mio. Franken. Berappt wird die Umsatzeinbusse gemäss Konzernchef Loosli vorerst von Coop selbst.

In den kommenden Monaten sollen aber auch die Lieferanten ihre Preise senken müssen. Dagegen wehrt sich der Markenartikelverband Promarca. "Coop darf nicht erwarten, dass seine Preisstrategie von den Lieferanten finanziert wird", erklärte Promarca-Direktorin Anastasia Li gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das Preissenkungspotenzial bestehe eher bei Coop als bei den Lieferanten. Viele Lieferanten von Markenartikeln sind aber stark von Coop abhängig und dadurch leicht unter Druck zu setzen.
(Quelle: LID / 05.01.2009) (fma)


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