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14.1.2009

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Hohe Schweizer Preise - kein Problem?

In der Schweiz kosten Lebensmittel mehr als in Nachbarländern. Sie müssen billiger werden, heisst es bei Avenir Suisse. Die Konsumenten vermögen es, sagt der Bauernverband.




Anfang Januar 2009 sank der Milchpreis um 10,5 Rappen pro Kilo. "Dadurch verlieren Milchbauern rund 24'000 Franken Einkommen im Jahr", rechnet der Bauernverband vor.


Nachdem die wirtschaftsnahe Denkfabrik Avenir Suisse im Dezember mit einem neuen Taschenbuch Argumente zur Versachlichung der Debatte um "agrarpolitische Mythen" geliefert hat, holt nun der Schweizerische Bauernverband (SBV) zum Gegenschlag aus. Der SBV will den "Mythos der teuren Schweizer Landwirtschaft" aus der öffentlichen Diskussion verbannen und widmet den aktuellen Jahresbericht diesem Thema.

"Was soll das Gejammer wegen den vermeintlich zu teuren Lebensmitteln?", fragte SBV-Direktor Jacques Bourgeois kürzlich an der Verbands-Jahresmedienkonferenz auf dem Betrieb von René Moser und Samuel Zwahlen in Herbligen BE. Die Schweiz sei zwar ein Hochpreisland, aber auch ein Hochlohnland. "Wenn wir Preise wie in Deutschland wollen, dann müssen wir auch bereit sein, unser Lohnniveau entsprechend anzupassen", so Bourgeois.

Kaufkräftige Konsumenten

Lebensmittel in der Schweiz sind laut EU-Statistiken 35 bis 53 Prozent teurer als Lebensmittel in den umliegenden Ländern. Dennoch müssten Schweizer Konsumenten für das Essen immer weniger tief in die Tasche greifen, sagte Bourgeois. Für seine Behauptung zog er das Argument der Kaufkraft herbei. Mit der Kaufkraft wird das verfügbare Geld bezeichnet, welches die Leute ausgeben können. "In der Schweiz profitieren wir von vergleichsweise guten Löhnen und tiefen Abgaben."

Am Ende des Monats stehe den Schweizern deutlich mehr Geld zur Verfügung als beispielsweise den Deutschen oder den Franzosen. Dies bestätige die alle zwei Jahre erscheinende Kaufkraftstudie der UBS, welche der Schweiz die beste Kaufkraft zugestehe. "Das Verhältnis zwischen der Kaufkraft und der Konsumentenpreise ist folglich in der Schweiz absolut tadellos", folgerte Bourgeois. Die höheren Nahrungsmittelpreise würden durch die vergleichsweise sehr hohen Löhne und tiefen Abgaben mehr als ausgeglichen.

Mit fremden Federn geschmückt

Bourgeois' Argumentation stösst bei der Denkfabrik Avenir Suisse sauer auf. "Die tiefen Haushaltsausgaben und die hohe Kaufkraft sind nicht das Verdienst der Landwirtschaft", sagt Hans Rentsch, Autor des neuen Avenir Suisse-Taschenbuches. Die Produktivität der staatlich geschützten Schweizer Landwirtschaft sei im Branchenvergleich und im Vergleich zum Ausland tief. "Die hohe Kaufkraft in der Schweiz ist vor allem jenen Branchen der Wirtschaft zu verdanken, welche durch die ausländische Konkurrenz zu hoher Produktivität gezwungen werden." Wenn alle Branchen die höhere Kaufkraft durch höhere Preise abschöpfen wollten, hätte die Schweiz keinen Wohlstandsvorsprung mehr.

Anders sieht dies Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. "Viele Konsumenten sind bereit, für gesunde und ökologisch produzierte Nahrungsmittel tiefer in die Tasche zu greifen. Insbesondere dann, wenn sie den Zusatznutzen kennen und wissen, dass die Bauernfamilien einen fairen Preis für das Produkt erhalten – Kaufkraft hin oder her."

Nicht der Rohstoff ist teuer

Nicht nur bei der Kaufkraft sind der Bauernverband und Avenir Suisse geteilter Meinung, uneinig sind sie sich auch bei der Entwicklung der Produzenten- und Konsumentenpreise. Auch wenn die landwirtschaftlichen Rohstoffe weniger kosteten, würden die Konsumentenpreise nicht günstiger, so SBV-Direktor Bourgeois an der Medienkonferenz. "Seit dem Start der Agrarreform gingen die Produzentenpreise um rund ein Viertel zurück. Die Ladenpreise stiegen in der gleichen Zeit um 15 Prozent."

Eine Erklärung dafür sieht Bourgeois im relativ kleinen Rohstoffanteil am verkaufsfertigen Produkt. Beim Brot beispielsweise mache der Rohstoffpreis 13 Prozent des Konsumentenpreises aus, beim Jogurt 16 Prozent und beim Pommes frite lediglich 3,2 Prozent (siehe Infografik unten). Durchschnittlich ist laut SBV-Berechnungen etwa ein Viertel des Ladenpreises auf die Rohstoffe zurückzuführen.

Höhere Direktzahlungen

Avenir Suisse-Direktor Hans Rentsch stimmt zwar zu, dass die Produzentenpreise zurückgegangen sind. "Die Einkommenseinbussen der Bauern wurden jedoch durch die gleichzeitige Erhöhung der produkteunabhängigen Direktzahlungen aufgefangen", sagt er. Die steigenden Konsumentenpreise mögen laut Rentsch einerseits auf die zu hohen Margen der Grossverteiler zurückzuführen sein. "Andererseits steht zwischen den Produzenten und dem Endprodukt auch die ebenfalls vom Agrarschutz profitierende landwirtschaftsnahe Verarbeitungsindustrie, bei der die Produktivität noch massgeblich gesteigert werden kann." Um die Konsumentenpreise zu senken, müsse deshalb der Agrarsektor inklusive Verarbeitungsbranchen umfassend liberalisiert werden.

Was es für den einzelnen Bauern heisst, wenn die Konsumentenpreise sinken, veranschaulichte der Gastgeber des SBV-Medienanlasses, Samuel Zwahlen, anhand seines Betriebes. Mit seinem Partner René Moser produziert Zwahlen jährlich 240'000 Kilogramm Milch. Auf Anfang Januar 2009 sinkt der Milchpreis um 10,5 Rappen pro Kilogramm. "Dadurch verlieren wir rund 24'000 Franken Einkommen im Jahr."

Um wie viel die Direktzahlungen für Milchkühe für das laufende Jahr erhöht werden, ist laut Zwahlen derzeit noch nicht sicher. "Sicher ist nur, dass eine Erhöhung der Direktzahlungen die Einkommenseinbussen durch die Milchpreissenkung bei weitem nicht kompensieren kann." (Text: LID / Helene Soltermann) (gb)


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