foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche Sonntag, 25. Oktober 2020
Fleisch & Delikatessen
Aktuell: Sensation beim Trockenfleisch-Test
Report:
Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?


Tipps & Wissen: IFFA 2016: Metzgerei-Trends
Backwaren & Confiserie
Aktuell: Innovationen an der ISM 2016: Rückblick
Report:
Neue Stevia-Generation ohne Bitterkeit


Tipps & Wissen: Undeklarierte Allergene in Broten beanstandet
Gastronomie
Aktuell: Kantonslabor Basel prüft Restaurant-Hygiene
Report:
Metzgereiprodukte in der Patientenernährung?


Tipps & Wissen: Geschmacks-Trends von morgen
Inhalt
Home
Nachrichten
Fleisch & ...
Backwaren & ...
Gastronomie
Über uns, Werbung
Archiv, Suche
Impressum
3.2.2016
Messetipp: IFFA 2016 in Frankfurt

„Fleischindustrie 4.0“ nimmt Fahrt auf
anzeigen...

Partner/Sponsoren

Cash+Carry Angehrn: Frische für Profis an neun Standorten in der Deutschschweiz.
Direkt zur CCA-Website:
www.cca-angehrn.ch


Empfohlene Links:

Fachschule für Bäckerei,
Konditorei, Confiserie:
www.richemont.cc


Fachschule für Metzgerei:
www.abzspiez.ch


Internationale Privat-Fachschule für Koch-Profis: European Culinary Center DCT in Vitznau LU
Deutsch: http://german.dct.ch
English: www.culinary.ch


Internet- und Socialmedia-Auftritte:
www.chrisign.ch







Schweizerischer Bäckerei- und Konditorei-Personal-Verband


Nachrichten

27.7.2009

Druckansicht
Listerien können Immunabwehr umgehen

ETH-Forscher haben eine neue Lebensform von Listerien entdeckt. Die Krankheits-Erreger n können ihre ihre Zellwand auf- oder abbauen und so das Immunsystem überlisten.



Listerien sind Erreger von schweren, mitunter tödlichen Lebensmittelvergiftungen. Da sie in fast jedem frischen Lebensmittel vorkommen, hängt es von der aufgenommenen Menge und der Immunabwehr ab, ob jemand krank wird. Risikogruppen sind alte und kranke Menschen sowie Säuglinge und schwangere Frauen. Bei rechtzeitiger Diagnose kann man Listeriose mit Antibiotika bekämpfen. Listerien sind besonders hartnäckig und vermehren sich sogar noch bei Kühlschrank-Temperaturen.


Forschende der ETH Zürich haben eine neue Lebensform von Listerien entdeckt. Die Erreger von schweren Lebensmittelvergiftungen können sich ihrer Zellwand entledigen und eine so genannte L-Form annehmen. Erstaunlicherweise können die Bakterien in diesem Zustand nicht nur überleben, sondern sich sogar vermehren.

Vor rund 20 Jahren sind in Kanada viele Menschen an einer Epidemie gestorben, die durch Listerien verseuchte Milch ausgelöst wurde. Ärzte und Wissenschaftler standen vor einem grossen Rätsel. Sie konnten die Listerien (Listeria monocytogenes) zwar auf der Farm, von der die Milch stammte als auch in den Patienten nachweisen. In der fraglichen Milch konnten die Forschenden die Erreger der gefährlichen Lebensmittelvergiftungen jedoch nicht finden.

Wissenschaftler der ETH Zürich um Professor Martin Loessner gingen dem Mysterium auf den Grund und erforschten die Lebensformen von Listerien. In einer neuen Arbeit, die soeben in der renommierten Zeitschrift "Molecular Microbiology" publiziert wurde, bringen sie Erstaunliches zu Tage: Listerien können ihre Form anpassen, indem sie ihre Zellwand auf- oder abbauen.

Normalerweise sehen Listerien wie Stäbchen aus. Die Wissenschaftler der ETH Zürich haben nun entdeckt, dass sich aus diesen Stäbchen eine neue Form entwickeln kann, die kugelig und stark vergrössert ist. Zu dieser so genannten L-Form kommt es, wenn das Bakterium seine Zellwand verliert. Dies geschieht zum Beispiel, wenn es mit Antibiotika in Kontakt gekommen ist, die den Aufbau der Zellwand verhindern.

In dieser L-Form sind die Bakterien nur noch von einer einzigen Membran umgeben und haben wahrscheinlich keine Möglichkeit mehr, eine Zellwand aufzubauen. Bis die Entwicklung zwischen der ursprünglichen Form und der L-Form abgeschlossen ist, befindet sich das Bakterium in einem Zwischenstadium, in dem es eine Zellwand wieder aufbauen kann.

Listige Listerien

Diese neuen Erkenntnissen könnten das Rätsel um die Listerien-Epidemie in Kanada lösen. Martin Loesser vermutet, dass sich die Listerien in der Milch im reversiblen Übergangsstadium zur L-Form befanden und deshalb nicht nachgewiesen werden konnten.

Auch ein weiteres Phänomen könnte mit den verschiedenen Lebensformen der Listerien erklärt werden: Häufig fanden Pathologen in Hirnschnitten von Tieren, die an Listeriose gestorben sind, kleine Bläschen, die sie nicht richtig einordnen konnten. Loessner glaubt, dass es sich dabei um Listerien handelt, die sich in die L-Form entwickelt haben.

Listerien in der L-Form überlisten das Immunsystem. Makrophagen, also Fresszellen, nehmen die Kügelchen zwar auf, können sie aber nicht vernichten. Normale Listerien sind nach 30 Minuten getötet. Die L-Form überlebt tagelang in einem Makrophagen. Da die Makrophagen die L-Formen nicht als Krankheitserreger erkennen, können sie vom Immunsystem nicht abgewehrt werden.

Vermehrung trotz erschwerten Lebensbedingungen

L-Formen von Bakterien zu "züchten", ist nicht einfach. Sie müssen in einem speziellen Medium "gehalten" werden und bilden nur untypische Kolonien. Ausplattieren auf ein Nährmedium ist daher nicht möglich. Dennoch sind die L-Form-Listerien fähig, sich zu vermehren. Allerdings dauerte die Vermehrung lange - bis zur Bildung einer sichtbaren Kolonie dauert es mindestens sechs Tage. Normale Listerienzellen teilen sich alle 30 Minuten; Kolonien sind nach 16-20 Stunden sichtbar.

Gestaunt haben die Forscher über die Art und Weise, wie sich in Mutterzellen der L-Formen die Tochterzellen bilden. Erst entstehen in einer Zelle neue Vesikel (kleine Bläschen mit einzelner Zellmembran); sind diese gross genug, platzt die aufgeblähte Mutterzelle und gibt die Tochterzellen frei. Diese besitzen die volle genetische Ausstattung ihrer Mutterzelle. Wie das Genmaterial verteilt wird, ist jedoch noch unklar. Ihr Stoffwechsel setzt erst ein, wenn sie die Mutterzelle verlassen haben.

100 Jahre alte Annahme widerlegt

Seit über 100 Jahren wissen Forscher, dass Bakterien ihre Zellwand verlieren können und trotzdem weiterleben. Lange aber glaubten sie, dass es sich dabei um künstliche herbeigeführte Entwicklungen handelt und dass zellwandlose Bakterien nicht sehr lange lebensfähig bleiben. Diese Annahme konnten die Wissenschaftler der ETH Zürich mit der Erforschung der Listerien nun widerlegen.

Listerien sind Erreger von schweren, mitunter tödlichen Lebensmittelvergiftungen. Sie dringen über die Epithelzellen des Darmes ein und verbreiten sich von Körperzelle zu Körperzelle. Die Listerien überwinden sowohl die Blut-Hirnschranke als auch die Plazentaschranke. Im Hirn angelangt verursachen sie schwere Hirnentzündungen, die tödlich verlaufen können. Listerien können auch Föten und Schwangere gefährden. (Quelle: ETH Zürich, Dr. Markus Schuppler, Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften Telefon: +41 44 632 78 62, markus.schuppler@ilw.agrl.ethz.ch, Weitere Informationen: http://www.ethz.ch) (gb)


__________________________________________


9.2.2016
Wenn das Essen die Gene verändert
Mütter beeinflussen mit ihrer Ernährung den Fett- und Zuckerstoffwechsel der Nachkommen durch epigenetische Veränderungen.
weiter...

8.2.2016
KURZNEWS 8. Februar 2016
Olivenöl-Preise um 20 Prozent gestiegen / Desinfektionsmittelrückstände in Lebensmitteln nachgewiesen / 23 Mio. Europäer pro Jahr erleiden Lebensmittel-Infektionen
weiter...

4.2.2016
KURZNEWS 4. Februar 2016
Micarna-Gruppe übernimmt Gabriel Fleury SA / Tête de Moine erhält eigenes Fest / Weichmacher fördern Übergewicht
weiter...

2.2.2016
KURZNEWS 2. Februar 2016
Lidl steigert Export von Schweizer Lebensmitteln / Täuschungen mit geschützten Bezeichnungen GUB / GGA / Zu viel Milch produziert / Warum schützt Rohmilch vor Allergien und Asthma?
weiter...

1.2.2016
Schwieriges 2015 für Schweizer Käseexporte
Der geringe Käseexportzuwachs von +0.3% im 2015 wurde dank einer Exportsteigerung ausserhalb der EU erzielt. Mengenmässig wurde 1.5% weniger in die EU exportiert.
weiter...

28.1.2016Hopfenextrakt als natürliches Konservierungsmittel
26.1.2016KURZNEWS 26. Januar 2016
21.1.2016Regelmässiges Streicheln beschleunigt Kälbermast
19.1.2016KURZNEWS 19. Januar 2016
18.1.2016Migros mit stabilem Umsatz im 2015
14.1.2016Wurstwaren wegen Deklarationsmängeln beanstandet
12.1.2016KURZNEWS 12. Januar 2016
8.1.2016Coop im 2015 mit weniger Umsatz
6.1.2016KURZNEWS 6. Januar 2016
5.1.2016Kaffee wirkt entzündungshemmend und zellschützend
30.12.2015fial gegen Nahrungsmittel-Spekulation-Initiative
28.12.2015KURZNEWS 28. Dezember 2015
24.12.2015KURZNEWS 24. Dezember 2015
22.12.2015Alternativen zum abzuschaffenden Schoggigesetz
17.12.2015KURZNEWS 17. Dezember 2015
15.12.2015KURZNEWS 15. Dezember 2015
8.12.2015KURZNEWS 8. Dezember 2015
3.12.2015KURZNEWS 3. Dezember 2015
1.12.2015KURZNEWS 1. Dezember 2015
30.11.2015Offiziell beste Jung-Metzgerin: Manuel Riedweg
26.11.2015KURZNEWS 26. November 2015
24.11.2015Ernst Sutter: offiziell beste Schweizer Metzgerei
19.11.2015KURZNEWS 19. November 2015
17.11.2015KURZNEWS 17. November 2015
11.11.2015Erforscht: Zartheit von vakuum-gegartem Fleisch

Eine vollständige Liste aller älteren Nachrichten finden Sie im Archiv


Die Redaktion empfiehlt:

Archiv der Nachrichten

Archiv der Varia-Beiträge

foodaktuell.ch-Newsletter

foodaktuell Journal (Print)

Delikatessen-Führer delikatessenschweiz.ch






Copyright Codex flores, Huobstr. 15, CH-8808 Pfäffikon (SZ)