foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche Freitag, 30. Oktober 2020
Fleisch & Delikatessen
Aktuell: Sensation beim Trockenfleisch-Test
Report:
Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?


Tipps & Wissen: IFFA 2016: Metzgerei-Trends
Backwaren & Confiserie
Aktuell: Innovationen an der ISM 2016: Rückblick
Report:
Neue Stevia-Generation ohne Bitterkeit


Tipps & Wissen: Undeklarierte Allergene in Broten beanstandet
Gastronomie
Aktuell: Kantonslabor Basel prüft Restaurant-Hygiene
Report:
Metzgereiprodukte in der Patientenernährung?


Tipps & Wissen: Geschmacks-Trends von morgen
Inhalt
Home
Nachrichten
Fleisch & ...
Backwaren & ...
Gastronomie
Über uns, Werbung
Archiv, Suche
Impressum
3.2.2016
Messetipp: IFFA 2016 in Frankfurt

„Fleischindustrie 4.0“ nimmt Fahrt auf
anzeigen...

Partner/Sponsoren

Cash+Carry Angehrn: Frische für Profis an neun Standorten in der Deutschschweiz.
Direkt zur CCA-Website:
www.cca-angehrn.ch


Empfohlene Links:

Fachschule für Bäckerei,
Konditorei, Confiserie:
www.richemont.cc


Fachschule für Metzgerei:
www.abzspiez.ch


Internationale Privat-Fachschule für Koch-Profis: European Culinary Center DCT in Vitznau LU
Deutsch: http://german.dct.ch
English: www.culinary.ch


Internet- und Socialmedia-Auftritte:
www.chrisign.ch







Schweizerischer Bäckerei- und Konditorei-Personal-Verband


Nachrichten

23.10.2013

Druckansicht
Kassensturz kritisiert neuartige Pestizide

Neonicotinoide verursachen gemäss Kassensturz eine «schleichende Vergiftung». Das Bundesamt für Gesundheit sieht keine Gefahr.




Michael Beer, Leiter Lebensmittelsicherheit des BAG: «Für KonsumentInnen besteht kein Grund zur Sorge.


Wegen des Bienensterbens sind sie in Kritik geraten: Pestizide, die Hersteller mit dem Saatgut vermengen und die dann die gesamte Pflanze durchdringen. «Kassensturz» zeigt: Diese Insektengifte stecken in kleinen Dosen in Gemüse, Getreide und Früchten, die wir verspeisen. Systemische Pflanzenschutzmittel, sogenannte Neonikotinoide, gelangen via Wurzel, Stiel und Blätter direkt ins Gemüse, zirkulieren im Kreislauf der Pflanze und bleiben dort.

Konsumenten essen das Gift. Zwar in kaum nachweisbaren Dosen – aber dafür regelmässig. Die Insektizide können in allen in der Landwirtschaft angebauten Produkten stecken. Was kaum ein Konsument weiss: Agro-Chemie-Firmen behandeln bereits das Saatgut mit Neonicotinoiden und tränken die Samen mit dem jeweils gewünschten Gift. Während des Wachstums nimmt die Pflanze das Mittel auf. Es sind stabile, chemische Verbindungen, die sich kaum abbauen.

Die Industrie liefert dieses Saatgut vor allem für Raps, Sonnenblumen und für Mais. Grösstenteils spritzen Bauern die Neonicotinoide. Diese Insektizide sind je nach Organismus x-fach giftiger als das berühmt-berüchtigte DDT. Neonicotinoide werden nicht punktuell, sondern häufig präventiv angewandt.

Die Bauern von IP-Suisse verwenden Chemie so wenig wie möglich. IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Roten ist beunruhigt über den Einsatz von Neonicontinoiden: «Bei den Neonicontinoiden weiss man vieles nicht. Wir fordern, dass uns die Wissenschaft noch mehr Entscheidungshilfen liefert. Wir sind gebrannt von der Vergangenheit. Zum Beispiel als DDT aufkam, hat jeder gesagt, das macht nichts. Als man nachher die Zusammenhänge erkannt hat, hat man es nicht mehr eingesetzt. Das ist ein Paradebeispiel. Und es kann durchaus auch bei den Neonikotinoiden so sein.»

Problematisch sind Neonicotinoiden auch für Bienen: Neonicotinoide erscheinen in minimen Mengen in der Polle. Wenige Milliardstel Gramm können eine Honigbiene töten. Wissenschaftlich ist noch ungeklärt, welche Rolle Neoncotinoide beim Bienensterben spielen. Wegen dem Insektizid, das als Nervengift wirkt, finden aber Bienen nicht zurück zum Stock.

Neonicotinoide sind seit den 90er-Jahren zugelassen. Doch jetzt kämen die Probleme ans Licht, sagt Jean-Marc Bonmatin, Chemiker des staatlichen Forschungsinstituts CNRS in Orléans: «Von Laborversuchen wissen wir, dass die Neurotoxide auf das zentrale Nervensystem von Insektiziden oder Säugetieren eine starke Wirkung haben. Wir wissen aber nicht, welche Auswirkungen diese Produkte in 10, 20, 30 oder 40 Jahren haben. So leben wir mit einem grossen Fragezeichen bei der Verwendung dieser Produkte und ich fürchte, dass wir böse Überraschungen erleben werden.»

150 Produzenten und Importeure haben ihre Gemüse, Früchte und Kräuter auf Neonicotinoide überprüfen lassen. Insgesamt 4300 Lebensmittel. Zehn Prozent enthielten giftige chemische Verbindungen. Das Labor fand fünf Neonicontinoide. Zwar liegen die gemessenen Gift-Dosen praktisch immer unter dem Wert, der heute als kritisch gilt. Trotzdem beunruhigt das Resultat. Denn es beweist: Neonicotinoide stecken in der täglichen Nahrung. Und: Studien belegen, dass die Insektizide Menschen schaden können. Bei Tierversuchen stören die Gifte das Immunsystem. Und sie sollen kanzerogen wirken.

Bundesamt für Gesundheit sieht keine Gefahr

Bei Babys sollen sie die Gehirn-Blut-Schranke durchdringen können. Neonicotinoide stehen im Verdacht, sich auf die menschliche Gesundheit, insbesondere auf die Entwicklung des Gehirns auszuwirken. Mit diesen Studien hat «Kassensturz» das Bundesamt für Gesundheit dokumentiert. Michael Beer, Leiter Lebensmittelsicherheit des BAG, gibt Entwarnung:

«Für Konsumentinnen und Konsumenten besteht kein Grund zur Sorge. Bei diesen aktuellen Diskussionen um den Einsatz von Neonicotinoiden geht es prinzipiell um die Bienengesundheit. Für die Beurteilung von Rückständen, die in Lebensmitteln vorkommen könnten, liegen uns Daten vor. Und die zeigen, dass die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten nicht beeinflusst wird.»

Noch dieses Jahr werden verschiedene Pestizide verboten

Einer der grössten Produzenten von Neonicotinoiden ist der Schweizer Agro-Chemiekonzern Syngenta. Die Problematik von Rückständen sei bekannt, sagt Syngenta. Denn heute kommen allgemein diverse Rückstände in vielen Lebensmitteln vor. Syngenta schreibt: «Das Auftreten von Neonicotinoiden in Lebensmitteln ist daher für uns grundsätzlich nicht überraschend. Rückstände in Gemüsen und Früchten unter dem zulässigen Grenzwert sind nicht beunruhigend.»

Der deutsche Chemiekonzern Bayer, ebenfalls Produzent von Neonicotinoiden, schreibt: Die Konzentration dieser Rückstände sei derart gering, dass sie auch auf lange Zeit für den Menschen unbedenklich seien.

Am Beispiel Raps zeigt sich, wie stark Neonicotinoide verbreitet sind. Bis vor kurzem gab es auf dem Markt praktisch nur chemisch veränderte Samen. Das heisst: Die Bauern hatten keine Wahlmöglichkeit mehr und mussten diesen Raps verwenden. «Wenn wir die Verantwortung für die von uns produzierten Nahrungsmittel tragen müssen, dann wollen wir auch auswählen können, was wir sähen und wie dieses Samenkorn behandelt worden ist», sagt Fritz Rothen, Geschäftsführer IP-Suisse.

Dass nicht immer alles läuft, wie sich Wissenschaftler ausdenken, zeigt nun ein Entscheid der Europäischen Union, den die Schweiz übernimmt. Ab 1. Dezember 2013 sind drei zugelassene Neonicotinoide wieder verboten. Sie stehen im Verdacht, am Bienensterben mitbeteiligt zu sein. (Text: www.srf.ch, Kassensturzsendung vom 22.10.2013)
(gb)


__________________________________________


9.2.2016
Wenn das Essen die Gene verändert
Mütter beeinflussen mit ihrer Ernährung den Fett- und Zuckerstoffwechsel der Nachkommen durch epigenetische Veränderungen.
weiter...

8.2.2016
KURZNEWS 8. Februar 2016
Olivenöl-Preise um 20 Prozent gestiegen / Desinfektionsmittelrückstände in Lebensmitteln nachgewiesen / 23 Mio. Europäer pro Jahr erleiden Lebensmittel-Infektionen
weiter...

4.2.2016
KURZNEWS 4. Februar 2016
Micarna-Gruppe übernimmt Gabriel Fleury SA / Tête de Moine erhält eigenes Fest / Weichmacher fördern Übergewicht
weiter...

2.2.2016
KURZNEWS 2. Februar 2016
Lidl steigert Export von Schweizer Lebensmitteln / Täuschungen mit geschützten Bezeichnungen GUB / GGA / Zu viel Milch produziert / Warum schützt Rohmilch vor Allergien und Asthma?
weiter...

1.2.2016
Schwieriges 2015 für Schweizer Käseexporte
Der geringe Käseexportzuwachs von +0.3% im 2015 wurde dank einer Exportsteigerung ausserhalb der EU erzielt. Mengenmässig wurde 1.5% weniger in die EU exportiert.
weiter...

28.1.2016Hopfenextrakt als natürliches Konservierungsmittel
26.1.2016KURZNEWS 26. Januar 2016
21.1.2016Regelmässiges Streicheln beschleunigt Kälbermast
19.1.2016KURZNEWS 19. Januar 2016
18.1.2016Migros mit stabilem Umsatz im 2015
14.1.2016Wurstwaren wegen Deklarationsmängeln beanstandet
12.1.2016KURZNEWS 12. Januar 2016
8.1.2016Coop im 2015 mit weniger Umsatz
6.1.2016KURZNEWS 6. Januar 2016
5.1.2016Kaffee wirkt entzündungshemmend und zellschützend
30.12.2015fial gegen Nahrungsmittel-Spekulation-Initiative
28.12.2015KURZNEWS 28. Dezember 2015
24.12.2015KURZNEWS 24. Dezember 2015
22.12.2015Alternativen zum abzuschaffenden Schoggigesetz
17.12.2015KURZNEWS 17. Dezember 2015
15.12.2015KURZNEWS 15. Dezember 2015
8.12.2015KURZNEWS 8. Dezember 2015
3.12.2015KURZNEWS 3. Dezember 2015
1.12.2015KURZNEWS 1. Dezember 2015
30.11.2015Offiziell beste Jung-Metzgerin: Manuel Riedweg
26.11.2015KURZNEWS 26. November 2015
24.11.2015Ernst Sutter: offiziell beste Schweizer Metzgerei
19.11.2015KURZNEWS 19. November 2015
17.11.2015KURZNEWS 17. November 2015
11.11.2015Erforscht: Zartheit von vakuum-gegartem Fleisch

Eine vollständige Liste aller älteren Nachrichten finden Sie im Archiv


Die Redaktion empfiehlt:

Archiv der Nachrichten

Archiv der Varia-Beiträge

foodaktuell.ch-Newsletter

foodaktuell Journal (Print)

Delikatessen-Führer delikatessenschweiz.ch






Copyright Codex flores, Huobstr. 15, CH-8808 Pfäffikon (SZ)