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4.11.2014

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KURZNEWS 4. November 2014

Werder-Preis an ehemaligen Leiter der Migros Laboratorien / Nicht Milch sondern Joghurt senkt Knochenbruchrisiko / Nachfrage nach Pouletfleisch steigt / Migros will Salzgehalte reduzieren


Werder-Preis geht an ehemaligen Leiter der Migros Laboratorien

Im Beisein zahlreicher Vertreter der Bundesbehörden, des Verbandes der Kantonschemiker der Schweiz, der Universitäten und Fachhochschulen sowie der Lebensmittelindustrie konnte der Präsident des Stiftungsrates der Professor J. Werder-Stiftung, alt Ständerat Rolf Schweiger, am 4. November 2014 in Bern den mit 10'000 Franken dotierten Werder-Preis und die Werder-Medaille 2014 an Dr. sc. techn. Reto Battaglia verleihen.

In der Laudatio hob Dr. Michael Beer, Stiftungsrat der Werder Stiftung und Vizedirektor des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, die Bedeutung der Arbeit von Dr. Reto Battaglia hervor. Dieser hat sich in seiner erfolgreichen Karriere mit Herzblut für die Lebensmittelsicherheit in der Schweiz eingesetzt und schon früh erkannt, dass die Lebensmittelsicherheit dann am höchsten ist, wenn die Produktion der Lebensmittel - auch wenn sie in fernen Ländern hergestellt werden – vor Ort gut überwacht wird.

Nachdem Dr. Battaglia ab 1973 als Laborleiter und Stellvertreter des Kantonschemikers im kantonalen Laboratorium Zürich geamtet hatte, entschloss er sich 1988 zu einem Wechsel in die Privatindustrie. Als Direktor im Migros-Genossenschafts-Bund war er Leiter der Migros Laboratorien mit Verantwortung für die Qualitätsüberwachung der Migros Produkte im Food und Nonfood Bereich. Im Jahr 2000 wurden die Migros Laboratorien in die Swiss Quality Testing Services (SQTS) umgewandelt, ein am Markt unabhängig aktives Dienstleistungsunternehmen.

Der Preisträger erkannte schon sehr früh, dass die globalen Warenflüsse eine ganz neue Herausforderung an die Lebensmittelsicherheit in der Schweiz stellen. Eine risikobasierte Stichprobenkontrolle von Lebensmitteln an der Schweizer Grenze oder an der Verkaufsfront in der Schweiz ist nur dann wirkungsvoll, wenn gleichzeitig eine Überprüfung des Herstellungsprozesses vor Ort, also zum Beispiel beim Nudelhersteller in China, erfolgt. Dr. Battaglia erkannte, dass eine Prozesskontrolle und ein Vermitteln von europäischen Lebensmittelstandards vor Ort die wirkungsvollsten Massnahmen für sichere Lebensmittel auf dem Schweizer Markt sind.

So förderte er schon in den 80er Jahren in seiner Rolle als Leiter der Migros Laboratorien Inspektionen von Lebensmittel- und Non-Food Betrieben in Europa und Fernost. Unter seiner Leitung wurden Inspektionsstellen in China betrieben und Qualitätskontrollen vor Ort im Erdnuss-, Konserven- und Pouletbereich eingeführt. 2006 gründete Dr. Battaglia die Battaglia Food Safety Systems GmbH, welche den Lebensmittelhandel und die Lebensmittelindustrie in allen Fragen der Lebensmittelqualität und Lebensmittelsicherheit berät.

Neben seiner beruflichen Karriere war Dr. Battaglia in verschiedenen nationalen und internationalen Fachgesellschaften aktiv. Unter anderem amtete er von 1989 - 1995 als Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Lebensmittel- und Umweltchemie (SGLUC), war von 2001 - 2006 Vorstandsmitglied der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft, präsidierte von 1995 - 1999 die Division of Food Chemistry der FECS (Federation of European Chemical Societies) und war von 1999 - 2000 deren Präsident. Für seinen Beitrag zum "Umbau" der FECS in die EuCheMS (European Association for Chemical and Molecular Sciences) wurde er 2005 mit dem "EuCheMS AWARD for Service" ausgezeichnet. (fial 4. November 2014)



Nicht Milch sondern Joghurt senkt Knochenbruchrisiko

Viel Milch zu trinken, schützt laut einer neuen Studie der Uppsala Universitet doch nicht vor Knochenbrüchen. Das Team um Karl Michaelsson hat herausgefunden, dass Frauen, die mehr als drei Gläser Milch pro Tag tranken, eher betroffen waren als jene, die weniger zu sich nahmen. Die Wissenschaftler räumen ein, dass diese Ergebnisse nur einen Trend widerspiegeln und nicht als Beweis dafür angesehen werden sollten, dass eine grosse Menge an Milch zu Knochenbrüchen führt. Faktoren wie Alkohol und Gewicht spielten laut dem im "British Medical Journal" publizierten Erkenntnissen auch eine Rolle.

Milch wird seit vielen Jahren als gute Kalziumquelle empfohlen. Studien, die untersucht haben, ob es dadurch zu stärkeren Knochen und damit zu weniger Brüchen kommt, lieferten jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Für die aktuelle Studie wurden die Ernährungsgewohnheiten von 61.400 Frauen für den Zeitraum von 1987 bis 1990 und von 45.300 Männern im Jahr 1997 analysiert.

Ihr Gesundheitszustand wurde in den folgenden Jahren genau beobachtet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden ersucht, Fragen dazu zu beantworten, wie oft sie zum Beispiel Milch, Joghurt oder Käse im Verlauf eines Jahres zu sich nahmen. In einem nächsten Schritt wurde überprüft, wie viele Knochenbrüche auftraten und wie viele Personen in den folgenden Jahren starben.

In den 20 Jahren zeigte sich, dass Frauen, die mehr als drei Gläser Milch am Tag (über 680 Milliliter) tranken, eher einen Knochenbruch erlitten als jene, die weniger zu sich nahmen. Diese Gruppe verfügte auch über ein höheres Sterberisiko. Laut Michaelsson hatten Frauen, die drei oder mehr Gläser Milch pro Tag tranken, bis zum Ende der Studie ein doppelt so hohes Sterberisiko. Ebenso das Risiko einer Hüftfraktur war um 50 Prozent höher.

Die männlichen Teilnehmer wurden durchschnittlich elf Jahre nach der ersten Befragung beobachtet. Auch diese Gruppe wies einen ähnlichen, wenn auch weniger deutlichen Trend auf. Wurden auch fermentierte Milchprodukte wie Joghurt berücksichtigt, zeigte sich genau der entgegengesetzte Trend: Das Risiko von Knochenbrüchen war geringer.

Laut Michaelsson könnten diese Ergebnisse auf den in der Milch enthaltenen Zucker zurückzuführen sein. Dieser führt laut einigen Tierstudien zur Beschleunigung des Alterungsprozesses. "Unsere Ergebnisse könnten die Richtigkeit von Empfehlungen infrage stellen, die raten viel Milch zu trinken, um Knochenbrüche zu verhindern", erläutert Michaelsson. (Uppsala Universitet http://www.uu.se)



Nachfrage nach Pouletfleisch steigt

31.10.2014 - (lid) – Poulet liegt im Trend: Der Konsum nimmt stetig zu. Von Juli bis September 2014 wurden schweizweit trotz schlechtem Grillwetter über 10‘400 Tonnen Pouletfleisch verkauft. Das entspreche einer Zunahme von 2,5 % gegenüber 2013 und über 10 % gegenüber 2012, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in seinem neusten Marktbericht. Die hohe Nachfrage zeige sich auch im Preis für Pouletfleisch. Seit 2011 sei dieser um über 20 % angestiegen.

Anders sieht es beim Schweinefleisch aus. Lagen im 3. Quartal 2012 die abgesetzten Mengen bei 9‘900 Tonnen, waren es im Jahr 2014 knapp 9‘000 Tonnen. Die Preise für Schweinefleisch liegen laut BLW nur um 1 % über denjenigen von 2011. Gehe der Trend weiter, öffne sich die Preisschwere zwischen Poulet- und Schweinefleisch in Zukunft immer mehr.



2014: Jahr mit vielen Sommerfrüchten

Die Schweizer Beeren- und Steinobstproduzenten konnten 2014 viele Früchte ernten. Der verregnete Sommer brachte aber Herausforderungen bei der Ernte und bei der Vermarktung mit sich. Nach der Ernte ist vor der Ernte: Bereits laufen die Vorbereitungsarbeiten für die Ernte 2015. Die Kernobsternte ist noch in Gang.

Das Wetter war das beherrschende Thema während der gesamten Sommerfrüchtekampagne 2014. Der Sommer 2014 fiel quasi ins Wasser. Dies wirkte sich allerdings nicht negativ auf die Erntemengen aus, denn die waren bei den meisten Kulturen ausserordentlich hoch. Der Frühling begann vielversprechend. Auf den viertwärmsten Winter folgte das drittwärmste Frühjahr seit 1881. Die Sonne schien recht viel und es war lange Zeit sehr trocken. Der Mai dagegen brachte wechselhaftes und kühles Wetter, mit dem speziell die Erdbeer-Produzenten zu kämpfen hatten. Die erste Juni-Hälfte brachte dann definitiv sommerliche Temperaturen und der verregnete Mai war vorerst vergessen. Ab Mitte Juni begann jedoch der verregnete Sommer mit viel Regen und einem deutlichen Sonnenschein-Defizit.

Die ersten Erdbeeren unter Folie wurden bereits Ende April geerntet. Der Start der Freilanderdbeeren litt etwas unter dem feucht-kühlen Maiwetter. Trotzdem nahmen die Erntemengen auf Mitte Mai stark zu. In der ersten Juniwoche wurden gesamthaft 1490 t geerntet. Spitzentag war der 6. Juni mit 280 t gepflückter Erdbeeren. Im Vorjahr 2013 wurden vergleichbare Mengen erst Mitte Juni erreicht. Die Qualität der Erdbeeren war trotz kühler Temperaturen und viel Regen gut. Mit gesamthaft 8725 t übertrifft die Erntemenge 2014 die bisherige Rekordmarke von 6995 t aus dem Jahr 2013 um sage und schreibe 25 %.

Die Ernte der Sommerhimbeeren startete Mitte Juni. Anfang Juli erreichten die Erntemengen mit einer Wochenmenge von 160 t den Höhepunkt. Das Wetter war für die Himbeeren sehr vorteilhaft und dementsprechend war die Qualität der Sommerhimbeeren sehr gut. Danach sank die Erntemenge zwar bis Ende Juli, blieb danach mit Wochenmengen um die 70 t bis Mitte September aber erfreulich stabil. Dies obwohl die Herbsthimbeeren wegen der fehlenden Sonneneinstrahlung ihre maximale Erntekapazität nicht erreichten. Die gesamte Erntemenge Sommer- und Herbsthimbeeren ist mit 1405 t im aktuellen Jahr 18 % höher als diejenige des Vorjahres mit 1192 t. Der stetige Aufwärtstrend der letzten Jahre setzt sich somit fort; trotz aller Wetterkapriolen.

Bei den übrigen Strauchbeeren wurden mengenmässig gute Ernten eingefahren. Bei den Brombeeren wurde mit 420 t eine neue Rekordernte eingefahren, 60 t mehr als im Vorjahr (360 t). Gleich wie bei den Herbsthimbeeren konnte wegen des unvorteilhaften Wetters nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft werden. Bei den Heidelbeeren wurden 2014 mit 457 t deutlich mehr geerntet als in den Vorjahren (um 320 t). Johannisbeeren wurden mit 278 t etwas weniger geerntet als im Vorjahr (305 t). Auch bei den Stachelbeeren war die Erntemenge mit 44 t im Bereich der Vorjahre. Mit rund 16 t wurde bei Cassis etwas weniger geerntet als im Vorjahr.

Mit einer geschätzten Gesamternte von rund 2545 t Tafelkirschen (549 t Klasse 1, 1295 t Klasse Extra und 701 t Premium) ging man im Frühling nach zwei schwachen Jahren endlich wieder von einer guten Kirschenernte aus. Die Behänge waren überall hervorragend, die Früchte entwickelten sich trotz unvorteilhaftem Wetter gut und wurden insgesamt relativ gross. Mit 3412 t (508 t Klasse 1, 1664 t Klasse Extra, 1240 t Premium) fiel dann die Kirschenernte in diesem Jahr wesentlich besser aus als vorhergesagt. Diese grossen Mengen zu vermarkten war nicht immer ganz einfach und erforderte von allen Marktteilnehmern viel Engagement und Flexibilität.

Der Trend von den kleineren Kirschen Klasse 1 zu grösseren Kirschen (Extra und Premium) setzte sich auch in diesem Jahr fort. Dazu kommt, dass Anfang Juli wegen der hohen Erntemengen die Übernahme von Klasse-1-Kirschen reduziert werden musste und die ungeschützten Kulturen unter den extremen Witterungsbedingungen litten. Insgesamt blicken die Kirschenproduzenten aber auf ein erfolgreiches Erntejahr zurück. Die gesamte vermarktete Menge liegt noch über den Werten des Jahres 2011, des bisherigen Rekordjahres.

Bei den Aprikosen rechnete man erneut mit einer hervorragenden Ernte und einer Handelsmenge von rund 6000 Tonnen der Klasse 1. Trotz unvorteilhaften Wetters und geringer Sonneneinstrahlung sind bis zum Ende der Ernte 5311 Tonnen Aprikosen der Klasse 1 in den Handel gelangt. Im Vergleich mit den Vorjahren ist dies ein hervorragender Wert. Mit total 4300 t Tafelzwetschgen (2740 t Zwetschgen 33 mm, 1560 t Fellenberg) deutete die Vorernteschätzung auf eine Rekordernte hin. Obwohl diese Menge nicht ganz erreicht wurde, gelangte immer noch eine grosse Menge von Zwetschgen in den Handel. Mit 2242 t Zwetschgen 33 mm und 1584 t Fellenberg ergibt sich eine Gesamtmenge von 3826 t.

Neben dem Wetter und der Erntemenge war auch die Qualität ein zentrales Thema in der vergangenen Erntesaison. Verschiedentlich gab es Rückmeldungen von Konsumenten, dass der Geschmack der Früchte zu wünschen übrig lasse. Wie jedes Jahr sind natürlich Sortenwahl und Erntezeitpunkt ausserordentlich wichtig für die Qualität der Früchte. Die Konsumenten mussten darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den einheimischen Früchten um ein Naturprodukt handelt und bei fehlender oder geringer Sonneneinstrahlung die inneren Werte wie beispielsweise Fruchtzuckergehalt nicht gleich sein können wie bei idealem Sommerwetter.

Neben den hohen Erntemengen war die wetterbedingte Unlust der Konsumenten, frische Schweizer Früchte zu kaufen, für die Vermarktung eine grosse Herausforderung. Erfreulich ist, dass trotzdem sehr viele Schweizer Früchte konsumiert wurden. Auch nicht vergessen darf man den Direktverkauf, der auch in diesem Jahr eine beachtliche Menge erreicht haben dürfte. Die genauen Anteile können nur geschätzt werden und variieren je nach Fruchtart zwischen 20 und 30 %. Die direktverkauften Mengen sind in den aufgeführten Handelszahlen beim Steinobst nicht enthalten.

Bei den Zwetschgen versuchte das Produktzentrum Kirschen/Zwetschgen des Schweizer Obstverbandes und Swisscofel in Erwartung einer sehr grossen Ernte, Finanzen bereitzustellen, um Tafelware einer anderen Verwendung, beispielsweise als Brennzwetschgen, zuzuführen. Es zeigte sich aber, dass dies ausserordentlich schwierig ist, wenn die Lager der Brennereien bereits voll sind.

Die Marktsituation wurde gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren regelmässig beurteilt und an den wöchentlichen Telefonkonferenzen der zuständigen Ausschüsse besprochen. Der übernehmende Handel steht zu den Schweizer Früchten, wartet jeweils auf den Erntestart und stellt vom Import so rasch wie möglich um. Bei den meisten Produkten waren in diesem Jahr während der Haupternte keine Importkontingente nötig. Vor allem zu Beginn und gegen Ende der bewirtschafteten Phase benötigte es zwischendurch Importkontingente, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Die entsprechenden Entscheide wurden meist im Wochenrhythmus gefällt. Die gute Zusammenarbeit von Akteuren und Behörden ermöglichten es, auf diese aussergewöhnlichen Situationen marktgerecht zu reagieren. (BLW, SOV)



PRESSESCHAU

Migros will Salzgehalt in Lebensmitteln reduzieren

«Wir versprechen, ab 2019 über 150 Produkte mit weniger Zucker, Salz und Fett, aber mehr Nahrungsfasern herzustellen.» Dieses Versprechen gibt die Migros unter dem Titel «Generation M» auf ihrer Homepage ab. Damit will die Migros einen Beitrag an eine ausgewogenere Ernährung leisten. 1400 Migros-Markenprodukte hat die Migros zuerst analysiert, um dann bei 150 Handlungsbedarf zu erkennen. Bei den Rezepturanpassungen legt die Migros nach eigenen Angaben grossen Wert auf die Erhaltung des vollen Geschmacks. Die Anpassungen sollen bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Ein erstes Versprechen gleicher Natur konnte die Migros allerdings nicht ganz einhalten. Die Detailhändlerin hatte versprochen, den Salzgehalt von 170 Fertigprodukten bis Ende 2012 zu reduzieren. Laut dem «Migros-Magazin» vom 6. Januar 2014 hatte die Migros am Stichtag das Versprechen zu über 80%, also bei rund 140 Produkten, erfüllt. Dass es nicht 100% geworden seien, habe vor allem einen Grund: «Wir haben erkannt, dass die Salzreduktion in nur einem Schritt bei mehreren Produkten geschmacklich von den Kunden nicht akzeptiert würde», wird Annina Erb, Leiterin Ernährung und Gesundheit bei der Migros, zitiert.

«Daher haben wir die Reduktion stufenweise durchgeführt, was mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen hat.» Ein Beispiel unter vielen ist laut der Migros-Medienstelle das «Anna‘s Best India Paneer Mutter, 420 g» mit Basmatireis. Bei diesem Fertiggericht schaffte es die Migros-Industrie, das Salz um 20% zu reduzieren. (Schweizer Bauer, 18.10.2014)



Saldo kritisiert Preise für Bioprodukte

Nach 2008 und 2010 hat der K-Tipp zum dritten Mal einen grossen Bio-Preisvergleich durch­geführt. Fazit: Der Unterschied zwischen Bio und Nicht-Bio ist noch grösser geworden. Der K-Tipp hat die Preise von Lebensmitteln aus den Bereichen Früchte und Gemüse, Kolonial­waren, Fleisch und Milchprodukte verglichen. Die wichtigsten Resultate:

•Bei Coop kostet der gesamte Bio-Warenkorb mit 48 Artikeln Fr. 334.05. Der Bio-Zuschlag beträgt 150 Franken oder 81,5 Prozent. 2010 hatte er «nur» 134 Franken (62,3 Prozent) betragen.

•Bei der Migros ist der Bio-Warenkorb mit Fr. 310.39 zwar deutlich günstiger. Der Bio-Zuschlag beträgt aber ebenfalls 150 Franken (93,7 Prozent). 2010 war er mit 143 Franken noch deutlich kleiner gewesen (69,2 Prozent).

•Die verglichenen Warenkörbe sind in der Migros deutlich günstiger als bei Coop. Der Bio-Kunde wie auch der Nicht-Bio-Kunde zahlen in der Migros rund fast 25 Franken weniger.

•Bio-Früchte und -Gemüse kosten bei Coop und Migros fast zweieinhalbmal so viel wie normale Früchte und Gemüse.

•Ähnlich gross sind die Differenzen auch bei Kolonialwaren, wie Nüsse, Kaffee und Schokolade.

•Kleiner ist der Bio-Aufschlag beim Fleisch und bei den Milchprodukten.

Coop und Migros führen für die hohen Bio-Preise verschiedene Gründe an. Vor allem, dass der Anbau von Bio-Früchten und -Gemüse wesentlich aufwendiger sei. Coop schreibt zudem: «Der Bio-Knoblauch stammt aus der Schweiz. Der Sommer war nass und kalt. Deshalb waren die Erträge relativ gering.» Und in der Bio-Schokolade sei der Kakao-Anteil höher. Die Migros erklärt, dass beim Bio-Schwarztee «jeder Beutel einzelverpackt und mit ­einer Lasche ausgestattet» sei. Bei der Bio-Konfitüre sei der höhere Preis auch darin begründet, dass sie mehr Früchte enthalte als die normale Konfitüre.

Was sowohl Coop als auch Migros nicht sagen: Ihre Gewinnmarge ist bei Bio-Produkten höher. Das hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kürzlich am Beispiel der Kartoffeln nachgewiesen. Laut BLW erhalten Bauern für ein Kilo Bio-Kartoffeln im Durchschnitt 54 Rappen mehr als für normale, denn der Bio-Landbau ist aufwendiger. Wenn der Grosshändler die Bio-Kartoffeln weiterverkauft, beträgt der Bio-Zuschlag aber schon 87 Rappen. Und in den Regalen der Detailhändler liegt er schliesslich im Durchschnitt bei Fr. 1.07.

Durchschnittspreise Saldo-Warenkorb in Franken:
Coop bio 104.55
Coop normal 83.13
Migros bio 105.00
Migros normal 68.53

Das Bundesamt für Landwirtschaft zieht zwar in Betracht, dass beim Grosshandel und beim Detailhandel die Verarbeitung und die Lagerung von Bio-Produkten teurer sein könnten. Das BLW schreibt aber auch, dass wahrscheinlich die Konkurrenz nicht spiele und die Detailhändler einfach «die Zahlungsbereitschaft» der Bio-Kunden ausnützten. (Volltext: www.saldo.ch 29.10.2014)
(gb)


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