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10.12.2014

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«Saldo» und «Tierschutz» kritisieren Hormonfleisch

In der Schweiz ist der Import von hormonbehandeltem Fleisch erlaubt aber deklarationspflichtig. Der Schweizer Tierschutz bekämpft den Import.





Für Sie gelesen im Konsummagazin Saldo: Dank künstlicher Hormone wie 17-Beta-Östradiol und Progesteron verwerten Rinder das Futter besser und wachsen schneller. Die Mäster mischen die Hormone meist unter das Futter oder spritzen sie den Tieren. Spuren dieser Hormone finden sich dann auch im Schlachtfleisch. In der Schweiz ist die Rindermast mit solchen Hormonen verboten. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen waren dafür «ethische und tierschutzrechtliche Gründe» massgebend.

Nicht verboten ist der Import von Hormonfleisch. Letztes Jahr importierte die Schweizer Fleischindustrie 1178 Tonnen Rindfleisch von Tieren, denen Wachstumshormone verabreicht worden waren – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 9 Prozent. Drei Viertel des importierten Rindfleischs war Hormonfleisch. Es stammte aus Australien, den USA und Kanada. In Schweizer Läden und Restaurants muss Hormonfleisch deklariert sein. Dort steht jeweils der Vermerk: «Kann mit Hormonen als Leistungsförderer erzeugt worden sein.»

Anders in der Europäischen Union. Seit 1989 ist dort nicht nur die Hormonbehandlung in der Rindermast verboten, sondern auch der Import von Hormonfleisch. Für die EU ist klar: «Der Verzehr von Fleisch von Tieren, die mit künstlichen Hormonen gemästet werden, kann krebsfördernd und krebsauslösend sein.» So stehts in Stellungnahmen des wissenschaftlichen Ausschusses der EU für Veterinärwesen von 1999 und 2000.

Basis waren 17 wissenschaftliche Studien. «Der Nachweis für die Gesundheitsgefährdung wurde erbracht», sagt Franz Fischler auf Anfrage von saldo. Der Österreicher amtete von 1995 bis 2004 als EU-Kommissar für Landwirtschaft. Jürg Jordi vom Bundesamt für Landwirtschaft widerspricht. «Es ist wissenschaftlich nicht bewiesen, dass solches Fleisch gesundheitsschädigend wäre. Die Schweiz beschränkt sich deshalb auf die Deklarationspflicht.» Er ergänzt: «Ein Importverbot von Hormonfleisch würde internationale Handelsverpflichtungen verletzen.»

Und Eva van Beek vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sagt: «Für ein Einfuhrverbot könnten nur tierseuchen-polizeiliche oder lebensmittelhygienische Gründe herangezogen werden. Alles andere würde von der Welthandelsorganisation WTO als nichtgerechtfertigte Handelseinschränkung eingestuft.» Im Klartext: Die Schweiz nimmt anders als die EU lieber ein Gesundheitsrisiko der Konsumenten in Kauf, als Regeln der WTO zu verletzen.

Immerhin: Bis Ende Jahr läuft eine Anhörung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit zur «Verordnung im Bereich der Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten». Darunter fällt auch der Import von Hormonfleisch. Diese Anhörung benützt Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz für eine klare Forderung.

Er beantragt die Streichung des Artikels, der die Einfuhr von Hormonfleisch erlaubt. Anders das Bundesamt. Es will an der bisherigen Praxis festhalten. Die Konsumenten hätten dank der Deklarationspflicht ja die Wahl, ob sie Hormonfleisch kaufen wollen oder nicht. Dafür müsste aber auf die Deklaration Verlass sein. (Volltext: saldo 20/2014 vom 3. Dezember 2014, www.saldo.ch)

Tierschutz bekämpft Hormonfleisch-Import

Für Sie gelesen im Schweizerbauer: Im Gegensatz zur EU erlaubt die Schweiz den Import von Hormonfleisch. Knapp 1200t wurden 2013 eingeführt. Dagegen will der Tierschutz nun vorgehen. Die Munimäster und der Bauernverband unterstützen ihn. Noch bis Ende Dezember sind vier Verordnungen zur Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten in der Anhörung. Der Schweizer Tierschutz (STS) will diese nun nutzen, um ein Importverbot von Hormonfleisch zu fordern, also von Fleisch von Tieren, die mit Hormonen auf Leistung getrimmt wurden. Der Umgang mit solchem Fleisch ist in einer der Verordnungen geregelt.

«In der Schweiz ist diese Praxis seit rund 30 Jahren verboten», argumentiert Hansuli Huber, Geschäftsführer des STS. «Trotzdem darf das Fleisch von Tieren, die mit Hormonen auf Leistung getrimmt wurden, bei uns verkauft werden.» Und das nicht zu knapp: 2012 wurden 1082820kg Hormonfleisch importiert. 2013 waren es schon 1177803kg oder 9 Prozent mehr, im Vergleich zu 2011 sogar 20 Prozent mehr. Das Fleisch kommt hauptsächlich aus den USA und Australien. «Dort werden Rinder mit Mais, Weizen und Soja gemästet», bemängelt Huber, «dabei können wir in der Schweiz bestes Rindfleisch aus Gras produzieren.»

Die EU verbietet im Gegensatz zur Schweiz den Import von Hormonfleisch. Dies, obschon sie 2008 einen Rechtsstreit mit den USA und Kanada verloren hat und der Welthandelsorganisation WTO deshalb Strafzölle entrichten muss. Ruedi Hadorn, Direktor des Fleisch-Fachverbandes, verweist auf dieses Urteil: «Der Import von Hormonfleisch ist daher unter dem Vorbehalt zulässig, dass dieses ausschliesslich in der Schweiz verwendet wird. Daran halten wir fest.» Ausländische Lieferanten könnten bislang teilweise nicht ausreichend Alternativen der nachgefragten Qualitäten bieten.

Für Urs Meier, Präsident der Munimästervereinigung Swiss Beef, wäre ein Importverbot hingegen begrüssenswert: «Dieses Fleisch konkurrenziert unser Rindfleisch. Das ist eine Ungleichbehandlung, wenn die Mäster im Ausland mit Hormonen ‹nachhelfen› können.» Auch Martin Ruefer vom Schweizer Bauernverband unterstützt den Vorstoss des STS: «Es ist unbegreiflich, dass Hormonfleisch in der EU verboten ist, bei uns aber verkauft werden darf.» Die Schweiz müsse aufwendig sicherstellen, dass es nicht ins Ausland gelange.

Rufer bezweifelt aber, dass der STS mit seinem Anliegen durchkommt: «Wir müssen aber alles daransetzen, dass mindestens die korrekte Deklaration von Hormonfleisch durchgesetzt wird.» Diese wird in der Deklarationsverordnung, die der Bund letzte Woche in die Anhörung schickte, präzisiert. Neu wird unterschieden zwischen hormonellen und nichthormonellen Leistungsförderern wie Antibiotika. Huber will sich nicht abschrecken lassen: «Wenn weiter Hormonfleisch importiert wird, suchen wir Verbündete im Parlament, die einen Vorstoss auf politischer Ebene lancieren.» (Volltext: www.schweizerbauer.ch 5.12.2014)

Weiterlesen: Wie riskant sind Hormone in Fleisch und Milch? Kommentar des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) (gb)


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