foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche Donnerstag, 22. Oktober 2020
Fleisch & Delikatessen
Aktuell: Sensation beim Trockenfleisch-Test
Report:
Frischeverlängerung mit Vakuum oder Schutzgas?


Tipps & Wissen: IFFA 2016: Metzgerei-Trends
Backwaren & Confiserie
Aktuell: Innovationen an der ISM 2016: Rückblick
Report:
Neue Stevia-Generation ohne Bitterkeit


Tipps & Wissen: Undeklarierte Allergene in Broten beanstandet
Gastronomie
Aktuell: Kantonslabor Basel prüft Restaurant-Hygiene
Report:
Metzgereiprodukte in der Patientenernährung?


Tipps & Wissen: Geschmacks-Trends von morgen
Inhalt
Home
Nachrichten
Fleisch & ...
Backwaren & ...
Gastronomie
Über uns, Werbung
Archiv, Suche
Impressum
3.2.2016
Messetipp: IFFA 2016 in Frankfurt

„Fleischindustrie 4.0“ nimmt Fahrt auf
anzeigen...

Partner/Sponsoren

Cash+Carry Angehrn: Frische für Profis an neun Standorten in der Deutschschweiz.
Direkt zur CCA-Website:
www.cca-angehrn.ch


Empfohlene Links:

Fachschule für Bäckerei,
Konditorei, Confiserie:
www.richemont.cc


Fachschule für Metzgerei:
www.abzspiez.ch


Internationale Privat-Fachschule für Koch-Profis: European Culinary Center DCT in Vitznau LU
Deutsch: http://german.dct.ch
English: www.culinary.ch


Internet- und Socialmedia-Auftritte:
www.chrisign.ch







Schweizerischer Bäckerei- und Konditorei-Personal-Verband


Nachrichten

23.4.2015

Druckansicht
«Gesundheitstipp» warnt vor resistenten Keimen

Bei der Mast von Schweinen und Hühnern, die vorsorglich Antibiotika erhalten, kommen in den Tieren multiresistente Bakterien vor. Auch Fleisch kann kontaminiert sein.




Biobauern dürfen Antibiotika nur einsetzen, wenn natürliche Mittel nicht helfen. Biofleisch ist daher sicherer als konventionelles und vor allem als Fleisch von Intensivhaltungen.


In der Massentierhaltung setzen Bauern immer noch grosse Mengen Antibiotika ein. Mit fatalen Folgen: In den Tieren bilden sich resistente Krankheitskeime, gegen die keine Antibiotika mehr helfen. Der Gesundheitstipp fand solche MRSA-Keime im Pouletfleisch aus dem grenznahen Einkaufsparadies Waldshut.

Bis anhin gab es Antibiotika-resistente Keime nur im Spital, wo seit Jahrzehnten viele Patienten Antibiotika erhalten. Doch in den letzten Jahren zeigt sich ein neues Phänomen: Multiresistente (MRSA)-Keime in Schweine- und Hühnerställen – und damit auch im Fleisch in den Läden, wie eine Stichprobe zeigt: Der Gesundheitstipp liess 40 Proben von Poulet-, Truten- und Schweinefleisch auf MRSA-Keime untersuchen.

Das Fleisch stammte aus Läden in der Schweiz sowie im grenznahen Deutschland. Ergebnis: Die «Landjunker Hähnchenunterkeulen» von Lidl in Waldshut waren mit MRSA belastet. Das Resultat macht deutlich: Die Massenproduktion von Fleisch fördert die Verbreitung von resistenten Bakterien.

Allein Produzenten in Deutschland setzen jedes Jahr in ihren Ställen rund 1500 Tonnen Antibiotika ein. In den Ställen sind oft Tausende von Tieren in einer Halle eingepfercht. Kommt auch nur ein Huhn oder Schwein mit resistenten Bakterien neu dazu, verbreiten sich diese rasch im ganzen Stall und befallen Hunderte von Tieren.

Frühere Stichproben zeigten Ähnliches auf:
•Die deutsche Umweltorganisation «Bund» fand MRSA in 42 von 57 Truthahnproben von Discountern,
•die «Stiftung Warentest» in 5 von 20 Pouletschenkeln, und
•die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz hatte 40 Geflügelproben testen ­lassen, drei davon waren MRSA-positiv. Alle drei stammten aus Deutschland.

Lidl Deutschland schreibt, man nehme das Ergebnis der Stichprobe «sehr ernst». Die Sicherheit der Kunden stehe im Vordergrund. Die Lieferanten hätten sich «verpflichtet, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren». Auch die Schweizer Bauern halten sich bei Antibiotika nicht zurück: 53 Tonnen setzten sie 2013 ein. Das ist zwar weniger als im Spitzenjahr 2008, aber laut Fachleuten immer noch zu viel. Denn viele Bauern verabreichen Antibiotika, ohne dass ein Tier krank wäre.

Xaver Sidler, Tierarzt an der Universität Zürich, hat in einer aktuellen Studie Mastbetriebe untersucht. Das Resultat ist alarmierend: Ein Drittel setzt die Medikamente rein vorsorglich ein – obwohl belegt ist, dass dies nichts bringt. Xaver Sidler: «Es werden während der Mast nachweislich gleich viele Tiere krank, und sie haben am Ende der Mast auch nicht mehr Gewicht.» Für Sidler ist deshalb klar: Das vorsorgliche Verfüttern von Antibiotika ist «absolut nicht tolerierbar».

Tiere geben Bakterien an Menschen weiter

Kein Wunder, breiten sich auch in der Schweiz MRSA-Keime rasant aus, wie die Statistik des Bundes zeigt: 2009 hatte erst eines von 50 Schweinen die MRSA-Erreger. 2013 war es schon eines von fünf. Die Tiere geben die Bakterien an die Menschen weiter, die sie mästen. Bei Menschen nisten sie sich in der Nase ein und verteilen sich auf der Haut. Krank wird man davon nicht. Aber wenn ein MRSA-Träger ins Spital muss, etwa wegen eines Beinbruchs, beginnen die Probleme.

Andreas Widmer, Professor für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, kennt dieses Problem: «Bei einer Operation gelangen immer Keime von der Haut in die Wunde, das kann man gar nicht verhindern.» Doch weil die gängigen Antibiotika nicht wirken, vermehren sich die Keime ungehindert im Körper und können schwere Schäden anrichten.

Aus Ländern, in denen die Tiermastbetriebe ungleich grösser sind als in der Schweiz, kommen alarmierende Zahlen: In Regionen in Deutschland und Holland, wo sich die Massentierhaltung konzentriert, sind heute bis zu vier von fünf Bauern Träger von MRSA. Kommen sie ins Spital, müssen die Ärzte sie isolieren, damit sie die Keime nicht weitergeben. Dies berichtete ein deutscher Arzt in der Zeitung «Die Zeit».

Wie viele Fleischproduzenten in der Schweiz Träger der Keime sind, weiss niemand. Es gibt nur eine kleine Studie aus dem Jahr 2009: Forscher der Universität Lausanne fanden bei 5 von 75 Schweinezüchtern die resistenten Bakterien in der Nase. Andreas Widmer befürchtet, dass sich die Keime weiter ausbreiten: «In der Landwirtschaft haben wir ein echtes Problem mit MRSA. Und wir stehen erst am Anfang.»

Betroffen sind nicht nur die Produzenten, wie Untersuchungen in Deutschland zeigen. Viehmastbetriebe können die Keime auch in die Luft abgeben. In drei Kilometern Abstand von den Ställen fanden Forscher noch hohe Konzentrationen von MRSA – im Boden von Feldern, auf denen Salat und Gemüse wachsen. Immerhin: In der Küche können sich Konsumenten schützen, wenn sie die Regeln der Hygiene einhalten. Besonders heikel ist Geflügel.

Die Behörden zögern, das Problem anzugehen. Zwar will der Bundesrat die Praxis verbieten, im Stall zum Vorbeugen Antibiotika einzusetzen. Eine entsprechende Vernehmlassung ist Ende März zu Ende gegangen. Ob das Verbot aber wirklich kommt, ist fraglich: Der mächtige Schweizer Bauernverband sträubt sich dagegen. Zwar halte man es «grundsätzlich für sehr problematisch», Tieren vorsorglich Antibiotika zu geben, so der Verband auf Anfrage. Aber das vorgeschlagene Verbot sei «zu wenig ausgereift». (Volltext und Tipps: So schützen Sie sich vor gefährlichen Keimen: www.gesundheitstipp.ch, Beitrag 15.4.2015)
(gb)


__________________________________________


9.2.2016
Wenn das Essen die Gene verändert
Mütter beeinflussen mit ihrer Ernährung den Fett- und Zuckerstoffwechsel der Nachkommen durch epigenetische Veränderungen.
weiter...

8.2.2016
KURZNEWS 8. Februar 2016
Olivenöl-Preise um 20 Prozent gestiegen / Desinfektionsmittelrückstände in Lebensmitteln nachgewiesen / 23 Mio. Europäer pro Jahr erleiden Lebensmittel-Infektionen
weiter...

4.2.2016
KURZNEWS 4. Februar 2016
Micarna-Gruppe übernimmt Gabriel Fleury SA / Tête de Moine erhält eigenes Fest / Weichmacher fördern Übergewicht
weiter...

2.2.2016
KURZNEWS 2. Februar 2016
Lidl steigert Export von Schweizer Lebensmitteln / Täuschungen mit geschützten Bezeichnungen GUB / GGA / Zu viel Milch produziert / Warum schützt Rohmilch vor Allergien und Asthma?
weiter...

1.2.2016
Schwieriges 2015 für Schweizer Käseexporte
Der geringe Käseexportzuwachs von +0.3% im 2015 wurde dank einer Exportsteigerung ausserhalb der EU erzielt. Mengenmässig wurde 1.5% weniger in die EU exportiert.
weiter...

28.1.2016Hopfenextrakt als natürliches Konservierungsmittel
26.1.2016KURZNEWS 26. Januar 2016
21.1.2016Regelmässiges Streicheln beschleunigt Kälbermast
19.1.2016KURZNEWS 19. Januar 2016
18.1.2016Migros mit stabilem Umsatz im 2015
14.1.2016Wurstwaren wegen Deklarationsmängeln beanstandet
12.1.2016KURZNEWS 12. Januar 2016
8.1.2016Coop im 2015 mit weniger Umsatz
6.1.2016KURZNEWS 6. Januar 2016
5.1.2016Kaffee wirkt entzündungshemmend und zellschützend
30.12.2015fial gegen Nahrungsmittel-Spekulation-Initiative
28.12.2015KURZNEWS 28. Dezember 2015
24.12.2015KURZNEWS 24. Dezember 2015
22.12.2015Alternativen zum abzuschaffenden Schoggigesetz
17.12.2015KURZNEWS 17. Dezember 2015
15.12.2015KURZNEWS 15. Dezember 2015
8.12.2015KURZNEWS 8. Dezember 2015
3.12.2015KURZNEWS 3. Dezember 2015
1.12.2015KURZNEWS 1. Dezember 2015
30.11.2015Offiziell beste Jung-Metzgerin: Manuel Riedweg
26.11.2015KURZNEWS 26. November 2015
24.11.2015Ernst Sutter: offiziell beste Schweizer Metzgerei
19.11.2015KURZNEWS 19. November 2015
17.11.2015KURZNEWS 17. November 2015
11.11.2015Erforscht: Zartheit von vakuum-gegartem Fleisch

Eine vollständige Liste aller älteren Nachrichten finden Sie im Archiv


Die Redaktion empfiehlt:

Archiv der Nachrichten

Archiv der Varia-Beiträge

foodaktuell.ch-Newsletter

foodaktuell Journal (Print)

Delikatessen-Führer delikatessenschweiz.ch






Copyright Codex flores, Huobstr. 15, CH-8808 Pfäffikon (SZ)