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Nachrichten

25.5.2015

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KURZNEWS 25. Mai 2015

Schutz für Walliser Rohschinken und Trockenspeck / Aldi Süd will Eberfleisch / Ständeratskommission hält am Cassis-de-Dijon-Prinzip fest / Chlor-Poulet – ja oder nein?


GGA für Walliser Rohschinken und Trockenspeck

BLW, 22.05.2015 - Walliser Rohschinken und Walliser Trockenspeck werden ausschliesslich aus Schweizer Schweinen hergestellt – eine entscheidende Voraussetzung für den guten Ruf und die hervorragende Qualität dieser Produkte, die zum typischen Walliser Teller gehören. Sie sollen nun geschützt werden.

Name und Ruf von Walliser Rohschinken und Walliser Trockenspeck sind untrennbar mit dem Kanton Wallis verbunden. Die schwierigen klimatischen Bedingungen in den Alpen zwangen die Bewohner früher, lang haltbare Reserven anzulegen, um die harten Monate zu überstehen. Dank der Sonne, dem trockenen Klima und dem Wind im Rhonetal kamen findige Schäfer einst dem Einsalzen und Trocknen auf die Spur. Diesen im Stadel oder auf dem Dachboden durchgeführten Konservierungstechniken verdanken der Walliser Rohschinken und der Walliser Trockenspeck ihr ganz besonderes Aroma.

Um Walliser Rohschinken und Walliser Trockenspeck als traditionelle Produkte vor Nachahmungen zu schützen, veröffentlichte das BLW am 22.5.2015 die entsprechenden Gesuche um Eintragung als GGA im Schweizerischen Handelsamtsblatt. Kantone sowie Personen mit einem schutzwürdigen Interesse haben die Möglichkeit, während einer Frist von drei Monaten Einsprache gegen die Eintragung zu erheben.

Das Register der Schweiz umfasst 32 Eintragungen: 21 geschützte Ursprungsbezeichnungen (GUB) und 11 geschützte geografische Angaben (GGA). Die Unterlagen können unter www.blw.admin.ch eingesehen werden (Themen > Produktion und Absatz > Kennzeichnung und Absatzförderung > Ursprungsbezeichnungen).



Aldi Süd will Eberfleisch

Aldi Süd setzt ein Zeichen und fordert seine Lieferanten auf, ab 2017 nur noch Fleisch von unkastrierten Tieren anzubieten. Die Vermarktung von Schweinefleisch aus der Ebermast könnte in Zukunft einfacher werden. Die Lieferanten werden aufgefordert, zu erklären, wie sie dieses Gebot einhalten wollen. In der Landwirtschaft ist der Aldi-Vorstoss positiv aufgenommen worden. Ein verbindliches Bekenntnis Aldi Süds zur Eberfleischvermarktung wäre ein lange erwartetes und positives Signal, kommentiert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) den Vorstoss.

Zahlreiche Schweinemäster in Deutschland betreiben bereits die Ebermast und kaufen unkastrierte männliche Ferkel ein. Doch der Absatz der Tiere gestaltet sich schwierig. Aus Angst vor Ebergeruch war der Handel bisher beim Einkauf von Jungeberfleisch zurückhaltend. Ebermast als Garantie für mehr Tierwohl ist das Thema einer Veranstaltung der Fachmedien afz und Fleischwirtschaft. (Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 21.5. 2015)



Ständeratskommission hält am Cassis-de-Dijon-Prinzip fest

20.05.2015 – (lid) – Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) will – anders als der Nationalrat - Lebensmittel nicht vom Cassis-de-Dijon-Prinzip ausnehmen. Der Nationalrat hat sich am 6. Mai 2015 dafür ausgesprochen, das Cassis-de-Dijon-Prinzip bei Lebensmitteln aufzuheben, wie dies FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois in einem Vorstoss gefordert hat. Die Wirtschaftskommission des Ständerats hingegen will am Cassis-de-Dijon-Prinzip festhalten. Die Abstimmung fiel mit 7 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung knapp aus.

Für die Mehrheit der WAK-Mitglieder habe das Cassis-de-Dijon-Prinzip nach wie vor ein Potenzial für die Bekämpfung der Hochpreisinsel Schweiz und es wäre verfrüht, bereits abschliessend festzustellen, dass es seine Wirkung nicht entfalten könne, teilen die Parlamentsdienste mit. Das Festhalten am Cassis-de-Dijon-Prinzip für Lebensmittel sei auch als Zeichen zu werten, dass man den Schweizer Markt gegenüber der EU nicht abschotten wolle.

Eine Minderheit der WAK-Mitglieder will das Cassis-de-Dijon-Prinzip kippen. Diese verweist auf eine Studie des Seco vom April 2013, wonach das Cassis-de-Dijon-Prinzip im Bereich Lebensmittel weder für den Handel noch für die Konsumenten eine spürbare Wirkung entfaltet habe. Es verursache lediglich einen grossen administrativen Aufwand, insbesondere für die Kantone. Als störend empfindet die Minderheit zudem, dass die Schweiz das Cassis-de-Dijon-Prinzip anwende, die EU gegenüber Schweizer Produkten allerdings nicht.



Jowa investiert 57 Mio Franken im Aargau

20.05.2015 – (lid) – Die Migros-Bäckerei Jowa baut ihren Standort in Gränichen AG für 57 Mio. Franken aus. Heute erfolgte der Spatenstich. Mit dem Ergänzungsbau will die Migros-Tochter Jowa ihre Produktionskapazität für tiefgekühltes Brot ausbauen, wie es in einer Mitteilung heisst. Im neuen Gebäude soll dereinst „eine neue Brotgeneration“ entstehen, die traditionelles Handwerk mit intelligenter Technologie verbinde.

Jowa will Brote mit langer Frischhaltung produzieren, die dann in den Geschäften fertig gebacken werden. So habe der Kunde immer frisches und warmes Brot, egal ob morgens um 9 Uhr oder abends um 19 Uhr, so Jowa. Die Bauzeit beträgt 20 Monate, die Investitionssumme beläuft sich auf 57 Millionen Franken. Jowa mit Hauptsitz in Volketswil ZH betreibt zehn Regionalbäckereien, eine Hartweizenmühle, eine Teigwarenfabrik, einen Standort für glutenfreie Produkte sowie über 90 Hausbäckereien in allen Regionen der Schweiz. Die Grossbäckerei beschäftigt rund 3’200 Mitarbeitende.



Stimmen Einstellung und Verhalten beim Konsum überein?

(aid 20. Mai 2015) - Wenn unterschiedliche Analyseverfahren zum gleichen Ergebnis kommen, dann spricht das für deren Qualität. So gesehen in einer Studie von Professor Dr. Silke Thiele und M. Sc. Jonas Peltner von der Christian-August-Universität in Kiel, die sie anlässlich des Symposiums "Die Landwirtschaft im Spiegel von Verbrauchern und Gesellschaft" der Edmund-Rehwinkel-Stiftung in Berlin vorstellten.

Die Wissenschaftler haben Daten des Haushaltspanels der Gesellschaft für Konsumforsuchung um eigene Indikatoren zu Gesundheit und Convenience ergänzt und mittels Cluster- und Faktorenanalyse fünf grundlegende Konsummuster für den Einkauf von Lebensmitteln identifiziert.

Die grösste Gruppe mit rund 30 Prozent sind Haushalte, die den untersuchten Faktoren wie Einkauf von stark verarbeiteten Lebensmitteln (Convenience) oder von Bio- oder Fair-Trade-Produkten relativ wenig Wert beimessen. Besonders bemerkenswert an dieser Gruppe ist ihre Abweichung zwischen Einstellung und Verhalten in Bezug auf eine gesunde Ernährung. Sie halten sie zwar für wichtig, kaufen aber nicht entsprechend ein.

In der zweiten Gruppe, die etwa ein Viertel der Haushalte ausmacht, ist das genau umgekehrt. Hier stimmen Denken und Handeln überein. Die Wahrscheinlichkeit, dieser Gruppe anzugehören, steigt übrigens mit zunehmendem Alter.

Jeder fünfte Haushalt gehört der dritten Gruppe an. Hier geben die Einkäufer überdurchschnittlich viel für Convenience-Produkte aus und achten auf geringe Preise. Öko-Lebensmittel oder Regionalität sind ihnen nicht wichtig. Männliche Singles sowie Familien mit Kindern der mittleren Altersgruppe gehören oft dazu. Es finden sich viele Personen mit unterdurchschnittlichem Einkommen, Teil- und Vollzeitarbeit sind oft anzutreffen. Der Zeitfaktor spielt für sie beim Thema Lebensmittelkonsum eine wichtige Rolle.

In der vierten Gruppe finden sich Intensivkäufer von Bio- und Fair-Trade-Produkten. Sie geben relativ viel Geld für Lebensmittel aus, haben eine Vorliebe für naturbelassene und regionale Lebensmittel. Ethische Aspekte haben hier eine besondere Bedeutung. Die Gruppe ist jedoch klein und stellt nur rund vier Prozent der Haushalte dar. In dieser Gruppe sind oft weibliche Singles zu finden. Die Chance der Zugehörigkeit steigt mit höherer Bildung.

In der fünften Gruppe (22 Prozent der Haushalte) wird Bio eher gelegentlich gekauft, jedoch sind die Ausgaben für regionale und gentechnikfreie Lebensmittel relativ hoch. Hier gibt es eine deutliche Beziehung zum Lebensalter. Ältere Personen legen offensichtlich mehr Wert auf ethische oder soziale Aspekte beim Einkauf. Auch Familien mit Kindern unter sechs Jahren sind hier häufiger anzutreffen.

Was bleibt festzuhalten? Etwa ein Viertel der Haushalte berücksichtigt ethische Kriterien beim Einkauf, hat eine positive Einstellung zu regionalen und gentechnikfreien Lebensmitteln. Beim Einkauf werden auch wegen des guten Einkommens höhere Preise akzeptiert. Gesunde Ernährung spielt nur eine durchschnittliche Rolle, insgesamt gesehen jedoch bei rund drei Viertel der Haushalte in Deutschland. Ebenfalls in rund drei von vier Haushalten sind niedrige Preise beim Lebensmitteleinkauf wichtig. Aber immerhin ein Viertel der Haushalte ist bereit, durchaus mehr Geld für gutes Essen auszugeben.



KOMMENTAR

Chlor-Poulet – ja oder nein?

Kommentar von Robert Raval, für Sie gelesen in der Schweizer Geflügelzeitung: In den USA wird in der Verarbeitung von geschlachtetem Geflügel dem Kühlwasser schon seit Langem Chlor beigefügt, um Keime abzutöten und damit die Infektionsgefahr durch Salmonellen und Campylobacter zu verringern. In der Schweiz und im EU-Raum hingegen sind solche Verfahren bis anhin nicht zugelassen.

Fachpersonen aus dem Bereich Lebensmittelsicherheit in Deutschland sprachen sich kürzlich für eine Zulassung aus - mit der Aussage «Ich esse lieber ein amerikanisches Chlor-Hähnchen als ein deutsches Huhn, das voller Campylobacter und Salmonellen ist». Anders reagiert die Politik, verspricht doch Bundeskanzlerin Merkel lautstark, dass das Chlor-Hähnchen in Deutschland nicht kommen wird!

Dabei stellt sich natürlich die Frage, inwieweit politische Überlegungen bezüglich des TTIP-Freihandelsabkommens zwischen den USA und der EU in die Meinungsbildung einfliessen. Die Frage der Zulassung von keimreduzierenden Zusätzen wird sich wohl über kurz oder lang auch in der Schweiz stellen. Die Konsumenten erwarten ein Produkt ohne krankmachende Keime.

Welche Seite sollen Produzenten in dieser Diskussion ergreifen? Sollen wir uns für die Legalisierung einsetzen, da dieses Verfahren eine ernstzunehmende Option in der Bekämpfung bakterieller Erkrankungen darstellt? Aber was denkt der Konsument oder die Konsumentin zu diesem Vorschlag? Wüde auch ein mit Chlor-Wasser oder mit einem anderen Zusatz gespültes Poulet im Laden ohne Bedenken gekauft? Das Schwierige ist, dass es keine Patentlösung gibt. Mit Chlor-Wasser behandelte Schlachtkörper sind nicht keimfrei, sondern einfach um den Faktor 10 weniger stark mit Keimen besiedelt.

Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt solche Lösungsvorschläge noch nicht beurteilen. Aber ich mache mir Gedanken - und hoffe immer noch, dass wir in Zukunft Lösungen finden werden, die auch ohne Behandlung der Schlachtkörper mit Zusätzen auskommen. Ich bin überzeugt, dass bei einer guten Küchenhygiene, wie sie vom Grossteil der Konsumenten praktiziert wird, ein unbehandeltes Poulet, wie wir es heute im Laden kaufen, keine Gefahr für eine Erkrankung darstellt. (Kommentar von Robert Raval, Präsident der Schweizer Geflügelproduzenten SGP, www.sgp-aspv.ch, www.schweizer-gefluegel.ch, SGZ 19.5.2015)



PRESSESCHAU

Mutterfirma von Carna Grischa ist konkurs

Für Sie gelesen in der Sonntagszeitung: Der selbst deklarierte Traum vom «starken, unabhängigen Schweizer Marktplayer» im FleischBusiness ist geplatzt: Am 6. Mai um 11 Uhr hat der Einzelrichter am Zuger Kantonsgericht den Konkurs über der Carnaworld Holding AG eröffnet. Das Konkursamt veröffentlichte am Freitag die vorläufige Konkursanzeige der Mutterfirma der angeschlagenen Carna Grischa AG.

Die Holding aus Rotkreuz ZG gehört Ex-IT-Unternehmer Ettore Weilenmann und ExABM- und Globus-Chef Michel Stopnicer. Sie hatten per 1. Januar 2010 die Carna Grischa übernommen. Die Carnaworld Holding hielt bis zuletzt die grosse Mehrheit der Aktien der Fleischhandelsfirma aus Landquart GR. Weilenmann sitzt auch im Verwaltungsrat der Carna Grischa, Stopnicer trat im Dezember zurück. Im November war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Graubünden ein Verfahren wegen Verdachts auf Betrug eröffnet hatte. Carna-Grischa-Mitarbeiter sollen billiges Fleisch falsch deklariert und teuer verkauft haben. In der Folge brachen die Geschäfte der Firma ein.

Eigentlich hätte die Bündner Firma nur der erste Schritt sein sollen: Als «Vision» nannte die Carnaworld Holding auf ihrer Website kürzlich noch eine «neue Gruppe» von «übernommenen Firmen», die «reorganisiert und gestrafft» werden sollten. Das Ziel: die «Preisführerschaft». Nun ist die Seite vom Netz verschwunden. Der Konkurs der Holding habe für die Carna Grischa «keine Bedeutung», sagt Niederberger. «Einer unserer Aktionäre befindet sich offenbar in einem Konkursverfahren. Das geht uns nichts an, und wir können das auch nicht beeinflussen.» Rund 20 Mitarbeiter haben die Firma verlassen. Nicht alle freiwillig.

Die provisorische Nachlassstundung verläuft laut dem Interims-Direktor besser als erwartet: «Wir haben mit unserem Nachlassverfahren zu tun, welches sich in keiner Weise negativ auf das operative Geschäft ausgewirkt hat», sagt Niederberger. «Wir befinden uns gegenüber dem Budget im Vorsprung und stellen wöchentlich einen weiteren Aufwärtstrend fest.» (Volltext: SZ 17.5.2015, www.sonntagszeitung.ch



Auch Käsereien spüren Folgen des Einkaufstourismus

Für Sie gelesen im Tagesanzeiger: Die Folgen des Einkaufstourismus bekommen auch die einheimischen Käsereien zu spüren. Das noch akutere Thema sind jedoch die steigenden Käseimporte. In der Branche fürchtet man sich vor den Folgen der durch den Billig-Euro viel günstiger gewordenen Auslandskäse. «Die Importe sind viel rascher als noch im Jahr 2011 günstiger geworden», sagt Jacques Gygax, Direktor des Käsereiverbandes Fromarte. Die Importe haben denn auch gemäss den neuesten, noch nicht publizierten Zahlen der Treuhandstelle TSM im März um fast 18 Prozent zugenommen, verglichen mit dem Vorjahresmonat. Die Mozzarellaimporte etwa stiegen um 37 Prozent auf 430 Tonnen.

In den neuen Zahlen lässt sich die zweite Angst der Käser, diejenige vor dem Exporteinbruch, noch nicht ablesen. Die Ausfuhren im März waren gemäss den neusten Zahlen mit einem Plus von fast 28 Prozent auf knapp 6200 Tonnen Käse sogar sehr gut. Doch diese Bilanz trügt. Grund dafür ist nicht nur ein positives Ostergeschäft, sondern vor allem viele Vorbestellungen: Bevor die Käser wegen des Billig-Euro die Preise auf ihren Produkten erhöht haben, haben sich ausländische Detailhändler mit der noch günstigeren Ware eingedeckt.

Und das verheisst nichts Gutes für die Ausfuhren in den Folgemonaten. «Wir erwarten eine klare Korrektur»,sagt Gygax. Konkrete Zahlen will er noch nicht nennen. Branchenkenner sprechen aber von Ausfuhreinbrüchen von 20 Prozent im April bei bestimmten Käsesorten wie beispielsweise Appenzeller. Und auch aktuell laufe das Exportgeschäft nur schleppend, sagt ein Käsehändler.

Bei den ausländischen Konsumenten, allen voran den deutschen, scheint die Preis-Schmerzgrenze beim Schweizer Käse erreicht. Im Ausland ist Schweizer Emmentaler definitiv zum Luxusgut mutiert. Kostete ein Kilo Schweizer Emmentaler AOC im deutschen Detailhandel vor den Preiserhöhungen um die 19 Euro sind es aktuell rund 22 Euro. Zum Vergleich: Ein Allgäuer Emmentaler kostet 12 bis 13 Euro. (Volltext: www.tagesanzeiger.ch 19.5. 2015)
(gb)


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