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Nachrichten

11.6.2015

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Umstrittene Weideschlachtung hierzulande getestet

Mit Unterstützung von FiBL und VIER PFOTEN hat Landwirt Nils Müller die in der Schweiz bisher verbotene Weideschlachtung angewendet. Das Fibl berichtet von positiven Ergebnissen.



Der Transport ins Schlachthaus und das hektische Umfeld (Bild) sind für die Tiere Stressfaktoren, die Leiden verursachen und negative Auswirkungen auf die Fleischqualität haben.


(Fibl, 9.6.2015) - Es ist eine Premiere für die Schweiz: Nach einem langwierigen Verfahren hat der Küsnachter Biobauer Landwirt Nils Müller im vergangenen Dezember vom Veterinäramt Zürich eine beschränkte Teilbewillligung für zehn Weideschlachtungen direkt auf seinem Betrieb erhalten. Das tierfreundliche System sorgt dafür, dass die Schlachttiere bis zum Tod in der vertrauten Umgebung verbleiben können. Auf dem Bauernhof Zur Chalte Hose in Forch ZH haben die Verantwortlichen des Projekts nach drei erfolgreichen Weideschlachtungen am Dienstagvormittag die ersten positiven Ergebnisse ihrer Arbeit vorgestellt.

Für das neue Verfahren haben Müller und seine Frau Claudia Wanger eine separate Koppel mit einem angrenzenden Hochsitz eingerichtet. Von dort kann der Landwirt, der zu diesem Zweck die Jägerausbildung absolvierte, das zur Schlachtung ausgewählte Tier aus kurzer Distanz ins Visier nehmen und mit einem Schuss gezielt betäuben. Anschliessend muss das Rind innerhalb von 90 Sekunden von einem Frontlader angehoben werden, damit es schnell entblutet werden kann. Mit einem Spezialanhänger bringt Müller den Schlachtkörper darauf in das nahe gelegene Schlachtlokal, wo es weniger als eine Stunde nach dem Tod zerlegt wird.

„Bereits nach drei Schlachtungen gibt es aus meiner Sicht für meine Tiere keine bessere Variante mehr, den letzten Tag in ihrem Leben zu gestalten“, sagte Landwirt Nils Müller an der Medienkonferenz. „Man sieht und spürt, dass die Tiere keinerlei Stress ausgesetzt sind, da sie in der gewohnten Umgebung bleiben und ihre Herde zum Zeitpunkt der Betäubung um sich haben“.

Verhaltensforscherin Johanna Probst vom FiBL bestätigte den Befund des Landwirts: „Das Separieren aus der Herde, das Verladen auf den Transporter, der Transport an sich, sowie die Fixierung zur Betäubung am Schlachthof sind belastende Situationen für die Tiere“, so Probst, „Rinder sind Herdentiere und eine Separierung bedeutet daher meistens Stress. Bei der Weideschlachtung fällt dieser belastende Schritt weg, da mehrere Rinder in die Weidekoppel gebracht werden und das zu schlachtende Tier erst vor dem Schuss ausgewählt wird“, bilanzierte Probst.

„Tierschutz soll nicht am Weidezaun aufhören“

Eric Meili, Projektverantwortlicher beim FiBL sieht das neue Verfahren als Chance für auf tierfreundliche Haltung spezialisierte Rindermäster: „Die Weideschlachtung ist eine Nische für Schlachtung mit grösstmöglichem Tierwohl und Fleischqualität“, so Meili, „wir sind überzeugt, dass das Verfahren eine gute Möglichkeit für direktvermarktende Produzenten ist, um den hohen Ansprüchen an die Haltung bis zur Schlachtung gerecht zu werden. Weideschlachtung wird damit zur Garantin für hochwertiges Fleisch von Tieren, die würdig leben und sterben durften“, erklärte er in Forch.

„Für uns ist es wichtig, dass das Tierleid durch die Weideschlachtung wesentlich verringert wird“, begründete Sabine Hartmann von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN das Engagement für das Projekt. Dieses stehe zudem für einen respektvollen Umgang mit dem Tier bis in den Tod: „Tierschutz soll nicht am Weidezaun aufhören, sondern bis an das Lebensende gewährleistet sein“, sagte Hartmann.

„Zudem glauben wir, dass das Projekt Weideschlachtung wegweisend ist“, ergänzte sie. Immer mehr Konsumenten weltweit lehnten die industrielle Intensivtierhaltung und ethisch fragwürdige Produkte ab. Mit diesem Projekt habe die Schweiz eine grosse Chance, zu einer Vorreiterin in Sachen Tier- und Konsumentenschutz zu werden. (Text: Fibl)


In der Schweiz wurden bisher nur gefarmte Wildtiere wie Bisons und Damhirsche auf der Weide geschossen, die sich nicht transportieren lassen. Bild: Bisons.


PRESSESCHAU

«Ein Gag, der nur für wenige Bauern taugt»

Für Sie gelesen im Tagesanzeiger: Unter Tierschützern ist das Freilufttöten umstritten. Zu den Befürwortern gehören der Zürcher Tierschutz und Vier Pfoten. «In der Schweiz liegen alle grossen Schlachthöfe im Mittelland», sagt Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz. «Viele Tiere werden in Bergregionen gehalten. Das macht lange Fahrten über kurvenreiche Strassen nötig.» Oft führten die Schlachthöfe Sammeltransporte durch. Diese verlängerten die Transportdauer und erhöhten den Stress, weil die Tiere mit fremden Tieren zusammengedrängt würden. Im Schlachthof gingen die Strapazen weiter.

«Unbekannte Situationen mit Lärm, Gestank und Hektik machen den Tieren zu schaffen», sagt Brodmann. Die Weideschlachtung, von einem gut ausgebildeten Schützen ausgeführt, setze die Tiere einer «weitaus geringeren Belastung» aus. Das sieht auch Sabine Hartmann von Vier Pfoten so. Die Organisation unterstützt Müllers Versuch. Aufgrund des Zeitdrucks, unter dem das Schlachtpersonal stehe, könne es mit dem Bolzenschuss zu Fehlbetäubungen kommen.

Bei Weideschlachtungen werden statt Bolzen Gewehrkugeln verwendet. «Das ist effizienter», sagt Hartmann. Die Rinder scheine es laut aktuellem Forschungsstand auch nicht zu stören, wenn eines von ihnen plötzlich tot zusammenbricht. «Was ihnen Angst einjagt, sind Stresssituationen.» Hartmann bezeichnet Weideschlachtungen als logische Konsequenz der Freilandaufzucht. Dabei verläuft das Leben der Kühe auf der Weide und in der Herde. Die Weideschlachtung setze diesen Ansatz bis zum Tod fort.

Von einem «würdigen Umgang» spricht Tierschützer und Anwalt Antoine F. Goetschel: «Wenn man Tiere schon essen und töten will, bietet die Weideschlachtung einen verantwortungsvollen Weg: Man erledigt die schwere Aufgabe selbst, delegiert sie nicht an einen Industriebetrieb.» Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz (STS) dagegen bezeichnet das Freiluft-Erschiessen als Gag. Für fast alle Tierzuchtbetriebe tauge es nicht. «Der Aufwand ist gross. Das können sich nur wenige Bauern leisten», sagt Huber. Zudem komme es auf der Weide leicht zu Fehlschüssen. Bis zum Tod könnten so schnell mehrere Minuten vergehen.

Die Schweizer Schlachthöfe hält Huber mittlerweile für zumutbar: «Wir haben viele Verbesserungen angestossen. Es gibt wirksamere Betäubungsgeräte, mehr Kontrollen, tiefere Fehlschussquoten, längere Ausbildungen.» Normalerweise dauerten die Fahrten in der Schweiz zwischen zwei und vier Stunden. Bei solch kürzeren Transporten entstehe die Hauptbelastung beim Auf- und Abladen der Tiere. Wenn sich alle Beteiligten - Bauern, Chauffeure, Metzger – korrekt benähmen, bleibe der Stress im Rahmen, sagt Huber.

Als problematisch bezeichnet Huber das «Zwischenlagern» von Tieren auf Viehmärkten und ein oft unnötiges «Herumkarren». Einig sind Tierschützer über das ideale Schlachten: Es geschieht in regionalen Schlachthöfen, mit verkürzten Transportwegen, Bauern begleiten ihre Tiere persönlich zur Schlachtung. «Leider müssen immer mehr kleine Schlachthöfe aufgeben», sagt Nadja Brodmann. Von den Biolabels schreibt einzig KAG-Freiland einen Maximaltransport von einer Stunde vor. «Das bewirkt wenig.» (Volltext: www.tagesanzeiger.ch 11. Juni 2015)
(gb)


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