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19.6.2006

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Löcher im Emmentaler-Export werden grösser

Bauern und Produzenten stiegen wegen Mangel an Rentabilität aus der Emmentalerproduktion aus und Händler beklagen nun Lieferengpässe.



Die aktuelle Situation ist für Emmentalerkäse unerfreulich. Der Export von Emmentaler brach in den ersten vier Monaten 2006 um 20 Prozent ein. Die Händler haben Lieferprobleme, weil zu viele Bauern und Käser wegen der niedrigen Preise ausgestiegen sind. Höhere Preise stossen wiederum in den Exportmärkten auf Ablehnung.

Der Tagesanzeiger sprach von einer paradoxen Situation. Jahrelang seien die Emmentalerlager übergequollen. Jetzt könnten viele Händler nicht mehr liefern, weil zu wenig Ware da ist. Nur noch 6.359 Tonnen Emmentaler gingen von Januar bis April 2006 in den Export, ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Auf der anderen Seite boomen Sorten wie Appenzeller und Tête de Moine. Die Ursache des Einbruchs im Emmentaler-Export sei nicht mangelnde Nachfrage - das Angebot ist zu klein.

"Es gibt zwei Hauptgründe für die Emmentaler-Knappheit", zitiert der Tagesanzeiger Christoph Grosjean vom Dachverband Schweizer Milchproduzenten. "Über 200 Emmentaler-Käsereien haben aufgegeben. Und vielen Bauern ist es bei den tiefen Preisen für silofreie Milch verleidet. Sie sind auf Molkereimilch umgestiegen. Das bringt mehr Milchgeld."

Bis zum Sommer 2005 konnte der Handel den rapiden Rückgang auffangen, indem die Lager geleert wurden. "Aber seit September letzten Jahres ist einfach zu wenig Emmentaler im Angebot", erklärt Walo von Mühlenen, Käsehändler aus dem Freiburgischen. "Der Handel musste vielen Kunden die Abnahmemengen kürzen."

Matthias Kunz, Präsident der Käseorganisation Schweiz KOS, die in ihrer jüngsten Presseaussendung von einem Rekordabsatz bei Käse in der Schweiz spricht, sieht es positiv, dass der Emmentaler-Markt ins "Gleichgewicht" kommt und die Preise auf ein kostendeckendes Niveau angehoben wurden. Um zu verhindern, dass noch mehr Genossenschaftskäsereien abspringen, zahlen die Händler den Emmentaler-Käsern seit Mai etwas mehr. "Es braucht diese Erhöhung", sagt Kunz, "sonst bleibt die Unterversorgung."

Dieser Schritt hat aber zur Folge, dass die Exportpreise für Emmentaler weiter steigen, was wiederum Skepsis bei Händlern auslöst, ob der Markt diese Steigerung akzeptiert. Das Image des Emmentalers sei jedenfalls mit Dumpingpreisen zur Lagerräumung beschädigt worden. Dieses Jahr ist der Absatz im grössten Exportmarkt Italien stark zurückgegangen, weil manche Importeure die Aufschläge nicht hinnehmen wollten. Und in Deutschland hat Lidl den Schweizer Emmentaler bereits durch Emmentaler aus Frankreich ersetzt. (Quelle: pte)
(gb)


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