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5.6.2007

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KURZNEWS 5. Juni 2007

Gesündere Lebensmittel / Neuer Basler Kantonschemiker / Bewegung direkt nach dem Essen / Bioprodukte aus China / Wiederzulassung von Tiermehl im Futter?


5. Juni 2007

Industrie soll gesündere Lebensmittel herstellen

Die Europäische Kommission hat an die Industrie appelliert, bei der Lebensmittelherstellung weniger Fett, Salz und Zucker zu verwenden. Auch bei der Werbung sollten sich die Hersteller verantwortungsvoll verhalten und ihren Beitrag dazu leisten, dass sich die Europäer gesünder ernähren, forderte der für Gesundheit zuständige EU-Kommissar Markos Kyprianou bei der Vorstellung eines Strategiepapiers zur Bekämpfung von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Die Kommission will derzeit keine neuen Gesetze erlassen. Sie will aber die Regeln zur Nährwertkennzeichnung überprüfen und im Laufe des Jahres einen Vorschlag zu ihrer Überarbeitung machen, wie der Onlinedienst "Dow Jones" berichtet.

Die Konsumenten würden entscheiden, was, wie viel und wann sie essen wollten. Aber sie sollten in der Lage sein, ihre Entscheidungen in Kenntnis der Sachlage zu treffen und aus einem angemessenen Angebot an gesunden Optionen wählen können, sagte Kyprianou gemäss Dow Jones. Der Kommissar räumte ein, dass die EU selbst nicht sehr viel gegen das Problem tun könne, weil für Gesundheitspolitik hauptsächlich die Mitgliedstaaten zuständig sind. 2010 sollen die Ergebnisse der im Weissbuch vorgeschlagenen Aktionen bewertet werden.

Für den Einsatz von Nährwertangaben in der Werbung hatten sich die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament erst nach über dreijährigem Tauziehen im Mai 2006 auf eine Verordnung geeinigt. Danach müssen Lebensmittelhersteller jede Werbeaussage, die sich auf gesundheitliche Auswirkungen oder den Nährwert eines Produkts bezieht, wissenschaftlich belegen (z.B. "stärkt die Abwehrkräfte"). (LID, 5. Juni 2007)



Neuer Kantonschemiker des Kantons Basel-Stadt

Philipp Hübner wurde als neuer Kantonschemiker des Kantons Basel-Stadt gewählt. Er ist Nachfolger des bisherigen Kantonschemikers Urs P. Buxtorf, der das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt bis zu seiner Pensionierung Anfang dieses Jahres leitete. PD Dr. Philipp Hübner ist neuer Kantonschemiker des Kantons Basel-Stadt. Er tritt die Nachfolge des vor wenigen Monaten pensionierten Kantonschemikers Dr. Urs P. Buxtorf an. Der neue Kantonschemiker (Jahrgang 1961) war bisher Leiter der Abteilung Lebensmittel und führte das Kantonale Laboratorium ad interim.

Philipp Hübner hat an der Universität Basel Biologie mit Schwerpunkt Molekularbiologie und Mikrobiologie studiert. Nach seiner Dissertation, unter der Leitung des Nobelpreisträgers Prof. W. Arber, arbeitete er unter anderem an einem Forschungsprojekt am Centre d’Etudes nucléaires im französischen Grenobles, welches er später am Biozentrum der Universität Basel selbständig weiter bearbeitete. Im Jahr 2001 habilitierte Philipp Hübner an der Universität Bern. Während seiner Tätigkeit am Kantonalen Laboratorium Zürich hatte er im Jahr 2003 auch das Diplom des eidgenössisch diplomierten Lebensmittelchemikers erworben. (KLBS, 5. Juni 2007)



Doppelt gut: Sport nach dem Essen erhöht den Kalorienverbrauch

Sport direkt nach dem Essen hilft beim Abnehmen: Die sportliche Betätigung erhöht kurzzeitig die Menge von Botenstoffen im Körper, die für die Hemmung des Appetits zuständig sind, haben britische Wissenschaftler um Denise Robertson gezeigt. Für ihre Studie untersuchten die Forscher an insgesamt zwölf Teilnehmern, wie sich sportliche Betätigung nach dem Essen auf das Hungergefühl, die bei der nächsten Mahlzeit gegessene Menge und die Produktion von bestimmten Botenstoffen auswirkt. Die Versuchspersonen nahmen alle ein standardisiertes Frühstück zu sich. Anschliessend trieb die eine Hälfte für eine Stunde Sport, während die andere Hälfte still sitzen blieb.

Nach einer weiteren Stunde durften die Versuchsteilnehmer dann soviel essen, wie sie wollten. Bei den Probanden, die Sport trieben, massen die Forscher während und nach den Übungen eine Erhöhung der Menge an Botenstoffen, die dem Gehirn signalisieren, dass der Magen gefüllt ist. Damit übereinstimmend berichteten die Versuchsteilnehmer, dass sie während dieses Zeitraums weniger Hunger hatten.

Bei der nächsten Mahlzeit assen sie zwar dennoch mehr als diejenigen, die keine Übungen zu absolvieren hatten. Aber da der Energieverbrauch der Sporttreibenden zweieinhalbmal höher als bei den Kontrollpersonen war, fiel die gesamte Kalorienbilanz dennoch günstiger aus. Die Wissenschaftler widerlegen damit die Befürchtung, dass die positive Wirkung des Sports auf die Kalorienbilanz dadurch wieder aufgehoben wird, dass danach mehr gegessen wird. (wissenschaft.de: Denise Robertson (Universität von Surrey) et al.:Journal of Endocrinology, Bd. 193, S. 251, 5. Juni 2007)

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Datum: 4. Juni 2007


China will ins Geschäft mit Bioprodukten steigen

In Europas Supermärkten könnten künftig vermehrt auch Bioprodukte aus China gekauft werden. In den kommenden acht bis zehn Jahren soll nach Vorstellungen der Pekinger Regierung der Anteil der Bioprodukte in China von heute 0,2 auf 2 Prozent steigen, sagte Guo Chunmin vom China Organic Food Certification Center (COFCC). sagt der COFCC-Vertreter. Das Segment sei für chinesische Agrar-Unternehmen derzeit sehr attraktiv. Die chinesische Bio-Branche verzeichnete 2005 bereits einen Exportumsatz von 350 Millionen US-Dollar, zitiert der österreichische Agrarpressedienst AIZ eine Meldung der Nürnberger Messe.

In Europa wachsen laut AIZ die Bedenken. "Made in China" stehe oft für minderwertige Billigware. Wichtig sei, dass in gleicher Weise die Standards eingehalten würden, sagte Thomas Dosch, Präsident des deutschen Verbandes Bioland. In China gibt es allein 430 Institutionen, die Zertifikate für Bioprodukte ausstellen dürften. Viele arbeiteten mit komplett unterschiedlichen Standards. Peking sei deshalb gerade dabei, die Anforderungen für Bioprodukte zu vereinheitlichen, sagte Guo vom COFCC.

Bei den Exporten spiele China noch eine marginale Rolle, wird Dosch weiter zitiert. Bisher fänden vor allem Hülsenfrüchte den Weg ins deutsche Bioregal, weil sie gut gelagert werden können. Auf die Sicherheitsbedenken reagiert der Bioland-Präsident gelassen: Prinzipiell müsse alles den EU-Verordnungen entsprechen. Den Experten beschäftigt vielmehr die Frage, ob der "Bio"-Anspruch überhaupt noch gegeben ist, wenn die Ware unter hohem Energieaufwand einmal um die halbe Welt geschickt wird. (LID, 4. Juni 2007)



Brüssel prüft Wiederzulassung von Tiermehl im Futter

Brüssel prüft, ob das seit Jahren verbotene Tiermehl wieder ins Futter von Schweinen und Hühnern darf. Die EU-Kommission finanziere entsprechende Studien, sagte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am 1. Juni. Das "Verbot des Kannibalismus" werde aber nicht fallen, betonte der Sprecher. Brüssel habe "die Lehren aus BSE gezogen". Erwogen werde, bei einer Verbesserung der Testverfahren die Verfütterung etwa von Schweine-Tiermehl an Hühner und umgekehrt zu erlauben, führte er Sprecher weiter aus.

Wie Cathy Maret vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) auf Anfrage erklärte, sind entsprechende Überlegungen seit zwei Jahren im Gang. Tiermehl aus Schweinekadavern an Hühner und solches von Hühnerkadavern an Schweine zu verfüttern sei auch aus der Sicht des BVET "langfristig möglich". Allerdings müssen gemäss Maret dazu zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens brauche es Testverfahren, damit das Tiermehl wirklich nur von der erlaubten Tierart stamme und zweitens müssten die Produktionslinien strikt getrennt sein. (LID, 4. Juni 2007) (gb)


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