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12.6.2007

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Warnung vor bitteren Aprikosenkernen gefordert

Bittere Aprikosenkerne können zu Vergiftungen führen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hält Warnhinweise auf Verpackungen für erforderlich.




Mehr als ein bis zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag sollte man nicht verzehren oder besser völlig darauf verzichten. Grund ist der natürlicherweise hohe Amygdalingehalt der Kerne (wie bei Bittermandeln). Aus dem Glykosid Amygdalin wird während der Verdauung die hoch giftige Blausäure abgespalten.


Bittere Aprikosenkerne werden in Naturkostläden und Reformhäusern angeboten, in der letzten Zeit auch verstärkt im Internet. In einigen Fällen wird damit geworben, dass sie gegen Krebs helfen. Für diese Wirkung gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Im Gegenteil: Bittere Aprikosenkerne weisen einen hohen natürlichen Gehalt an Amygdalin auf. Aus dem Glykosid wird während der Verdauung Blausäure abgespalten, die zu schweren akuten Vergiftungen, in hohen Dosen sogar zum Tod führen kann.

Bittere Aprikosenkerne können deshalb gesundheitliche Risiken bergen. Schon beim Verzehr weniger Kerne kann es zu akuten Vergiftungserscheinungen kommen. Verbraucher sollten deshalb nicht mehr als ein bis zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag verzehren oder darauf vorsorglich völlig verzichten. „In jedem Fall sollten Verbraucher durch Warnhinweise auf den Verpackungen vor den Vergiftungsgefahren gewarnt werden“ sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung BfR.

Unbewiesene krankheitsbezogene Angaben, die verzweifelte kranke Menschen zum Kauf verleiten sollen, seien unverantwortlich. Mittel zur Behandlung von Krebs dürfen nicht als Lebensmittel verkauft werden, sondern müssen als Arzneimittel zugelassen sein. Bittere Aprikosenkerne werden als Lebensmittel - auch zum direkten Verzehr - vertrieben. Die angebotenen Verpackungen sind unterschiedlich gross und tragen nur zum Teil Hinweise auf gesundheitliche Risiken.

Einige Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer haben in den vergangenen Monaten den Vertrieb solcher nicht ausreichend gekennzeichneter Produkte untersagt. Allerdings werden bittere Aprikosenkerne auch über das Internet angeboten. Dieser Vertriebsweg kann von der amtlichen Lebensmittelüberwachung nur schwer kontrolliert werden.

Das BfR empfiehlt Verbrauchern, nicht mehr als ein bis zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag zu verzehren oder völlig darauf zu verzichten. Grund ist der natürlicherweise hohe Amygdalingehalt der Kerne. Aus dem Glykosid Amygdalin wird während der Verdauung die hoch giftige Blausäure abgespalten.

Sie kann Symptome einer akuten Vergiftung wie Krämpfe, Erbrechen sowie Atemnot hervorrufen und in hohen Dosen sogar zu einer tödlichen Atemlähmung führen. Das BfR hält daher Warnhinweise auf den Verpackungen für dringend erforderlich.

Manche Vertreiber von bitteren Aprikosenkernen werben damit, dass ihre Produkte gegen Krebs helfen. Diese Aussage ist irreführend, weil die Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist. Mittel, die zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden, müssen ein Zulassungsverfahren als Arzneimittel durchlaufen.

Darin muss unter anderem die Wirksamkeit nachgewiesen werden. Als Lebensmittel dürfen solche Produkte nicht vertrieben werden. Massnahmen zur Regulierung des direkten Verzehrs von bitteren Aprikosenkernen werden derzeit auch auf europäischer Ebene erörtert, um die Risiken für die Verbraucher zu minimieren. (Quelle: BfR) (gb)


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