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Vogelgrippe: Strategien zum Geflügelverkauf




Die Vogelgrippe hat die Schweiz erreicht, und wie schon letztes Jahr, als sie in China ausbrach, beeinflusst sie den Geflügelkonsum. Gemäss Sonntagszeitung erlitt Coop eine Einbusse von 15 Prozent und die Migros von 20 Prozent. Dies obwohl die Krankheit nichts mit dem Fleisch zu tun hat und eine Tierseuche ist.

Aber die Kunden reagieren oft emotional. Wie sollen Metzgereien mit den irrationalen Ängsten umgehen? Poulet zum halben Preis verkaufen, wie dies Coop derzeit tut? Die Geflügellieferanten nehmen die Situation ernst und empfehlen, an die Kundschaft angepasste Strategien zu verfolgen.

Micarna- und Migros-Sprecher Urs-Peter Naef: Wir empfehlen, offen und ehrlich zu informieren. In diesem Sinne bietet die Migros weiterhin Geflügelprodukte offensiv an und hält an der Jahresplanung für Aktionen fest. Zudem finden fast wöchentlich regionale Geflügel- und Eieraktionen statt (hauptsächlich Schweizer Produkte). Die Kund/innen verlangen vor allem Schweizer Geflügel und –produkte, und der Absatz von ADR-Produkten (aus der Region) ist viel höher als von Bioprodukten.

Jedoch Importgeflügel hat es derzeit schwer - egal woher es kommt. Geflügel ganz aus dem Angebot zu streichen ist aus unserer Sicht das falsche Signal und überhaupt nicht vertrauensbildend: die zum Verkauf gelangenden Geflügelprodukte sind absolut unbedenklich, da die Kontrollen enorm streng sind. Aber Preisreduktionen sind immer ein Mittel, den Absatz zu steigern.

Davide Elia, Sprecher der Bell-Gruppe: Das Wichtigste: der Konsum von Geflügelfleisch ist absolut unbedenklich. Absatzrückgänge beim Geflügel sind daher psychologisch bedingt. Es gibt zwar keinen Grund, am Sortiment etwas zu ändern. Aber jede Metzgerei muss aufgrund ihrer Absatzsituation, dem Sortimentmix und der Reaktion seiner Kunden eventuell Anpassungen vornehmen. Traditionell ist Schweinefleisch das klassische Substitutionsprodukt zu Geflügel, heute zusätzlich verstärkt wegen den zurzeit relativ günstigen Schweinefleischpreisen. Eine andere Alternative wäre Kaninchenfleisch, das allerdings etwas teurer ist.

Daniel Kneuss von Ernst Kneuss Geflügel AG, Mägenwil AG verweist auf die eigenen Sicherheitsmassnahmen:
Einhaltung höchster Standards bei Stall-Kontrolle, Hygiene und Gesundheitskontrolle der Tiere.
Kontrollen vom betriebseigenen Veterinär.
Alle Geflügel-Stallungen sind geschlossen, mit ebenfalls geschlossenem Wintergarten. Fremdpersonen haben keinen Zutritt.
Bei der professionellen Desinfektion der Geflügel-Stallungen praktiziert KNEUSS höhere Normen als vorgeschrieben.
Jede eintreffende Geflügel-Herde wird von einem amtlichen Veterinär überwacht.

Detailfragen zum Umgang mit Geflügelfleisch und rohen Eiern beantwortet die Website des Bundesamtes für Veterinärwesen: www.bvet.admin.ch

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