Food aktuell
16.6.2005: nachrichten
16.6.2005
Zu viel Liberalisierung in der Gastronomie?

GastroSuisse fordert eine minimale Ausbildung für Gastronomen und bedauert den gestrigen Entscheid des Nationalrats: Die negativen Folgen der Liberalisierung seien vernachlässigt.


GastroSuisse hat mit grossem Bedauern vom Resultat der Verhandlungen im Nationalrat über das Binnenmarktgesetz Kenntnis genommen. Sowohl in den Medien vor den Verhandlungen wie auch im Rahmen der Diskussion im Nationalrat «wurde ausschliesslich auf das Schlagwort "Liberalisierung" gesetzt», schreibt der Branchenverband in seiner heutigen Pressemitteilung: Die negativen Auswirkungen einer übertriebenen Liberalisierung wurden nicht berücksichtigt.

Das Gastgewerbe will keine Marktabschottung: Die rund 30'000 gastgewerblichen Betriebe garantieren für einen äusserst lebhaften Wettbewerb. Aber angesichts der ständig steigenden Anforderungen und der überbordenden Kontrollen ist eine minimale Ausbildung sowohl im Interesse der Gäste, als auch der Mitarbeitenden und der Auszubildenden.

Der Entscheid des Nationalrates, wodurch die bisher in 18 Kantonen verlangte gastgewerbliche Ausbildungspflicht umgangen wird, ist nicht nachvollziehbar. Sowohl das Bundesamt für Gesundheit wie auch die für die Lebensmittelkontrolle zuständigen Kantonschemiker unterstützen einen Ausbau der gastgewerblichen Ausbildung.

Der Kantonschemiker Solothurn bestätigt, dass nach dem Wegfall der minimalen Ausbildung dreimal mehr Beanstandungen ausgesprochen werden mussten. In anderen Kantonen mussten zusätzliche Kontrollbeamte eingestellt werden, was zu steigenden Staatsausgaben führte. (Pressemitteilung GastroSuisse)

Copyright www.foodaktuell.ch