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Das Auge kauft mit: Ladenbau an der IBA 2015



Modernes Shopdesign spricht alle Sinne an. Es sorgt dafür, dass sich Kunden wohlfühlen und der Einkauf zum Erlebnis wird. Von kleinen Einrichtungselementen bis zum umfassenden Konzept für das gesamte Geschäft, auf der iba vom 12. bis 17. September 2015 zeigen Ladenbau-Unternehmen, wie Bäcker und Konditoren sich, ihre Produkte und ihr Handwerk richtig in Szene setzen.


Themen-fokussierter Ladenbau mit Wohlfühl-Effekt: die Pariser Confiserie Larnicol verfolgt ein Nostalgie-Konzept.


Frische, Funktionalität, Flexibilität, Nachhaltigkeit, Qualität, Erlebnis, Haptik und Design. Das sind die aktuellen Trends im Bereich Ladenbau und Shopdesign. Auf der führenden Messe für Bäckerei, Konditorei und Snacks, der iba, stellen zahlreiche Unternehmen ihre Ideen und Produkte vor: von der Multifunktionstheke für den Ausser-Haus- Verzehr bis zum Ladenbackofen, vom flexiblen Regalsystem und Farbdisplays, auf denen Videos gezeigt werden können, bis zum massgefertigten Gesamtkonzept aus einer Hand.

Natürlich achten die Aussteller dabei selbst auf die richtige Inszenierung: Auf der Messe präsentieren sie ganze Ladenwelten und zahlreiche Beispiele, mit denen die Fachbesucher auf die steigenden Ansprüche der Kunden reagieren. So erleben sie, wie Waren perfekt in Szene gesetzt werden, wie man die Lust auf Produkte weckt und wie der Einkauf zum Wohlfühlerlebnis wird.

Premiere in München feiert das Thekensystem Gastro-Vario der Schrutka- Peukert GmbH (Halle B3, Stand 531). „Auf der iba ist es zum ersten Mal in voller Funktion zu sehen“, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Päsler. Von der Präsentation der Waren über die Zubereitung von Snacks bis hin zum „Frontcooking“ bietet das System eine Vielzahl von Möglichkeiten im immer wichtiger werdenden Ausser-Haus-Markt.

Hinzu kommt: „Der Kunde will sehen, was gemacht wird. Mit Fragen wie ‚Darf dies mit rein?‘ wird er zum König und erlebt, wie Speisen individuell für ihn zubereitet werden“, so Päsler. Mit Hilfe neuer Regalsysteme und der Brotrampe des Unternehmens könnten Backwaren nah an den Kunden in Szene gesetzt werden, ein Ladenbackofen lässt sie das Handwerk riechen und erleben. Das fördere Spontankäufe.

Mit erstklassigen Produkten und einer attraktiven Einrichtung könne sich das Geschäft als Premiumbäckerei positionieren. Dabei schafften Materialien wie Stein und Holz die Verbindung zu Tradition und Handwerk, Edelstahl und Glas hingegen stünden für Moderne. Durch Materialauswahl und Design könne auch der Bogen zwischen Tradition und Moderne gespannt werden, sagt Päsler.

Was ist ein guter Laden?

Das Wichtigste aber sei, dass sich Inhaber, Mitarbeiter und Kunden wohlfühlen: „Ein Laden ist dann gut, wenn man sich damit identifiziert.“ Hin zu wertigen Materialien und einem Mehr an Interior-Design-Elementen geht der Trend bei BERNER (Halle B3, Stand 210). Kunden legten vermehrt Wert auf hochwertige Produkte, sowohl beim Sortiment als auch bei der Einrichtung, sagt Geschäftsführer Gerd Meurer. Punkten könne der Bäcker, wenn die Kunden sehen, wie die Waren hergestellt und zubereitet werden, beispielsweise wenn frische Brötchen aus dem Ofen direkt vor ihren Augen belegt werden.

Da die Kunden nicht immer nur „to go“, sondern auch direkt im Laden geniessen wollen – am Wochenende auch gerne mit der gesamten Familie – präsentiert BERNER auf der iba Lösungen für Sitzbereiche und Büfetttheken. Im Designbereich sei die Individualisierung einer der grossen Trends. „Wir schaffen individuelle und passgenaue Konzepte und unverwechselbare Läden mit persönlicher Note“, so Meurer.

Im Technikbereich präsentiert das Unternehmen unter anderem die weiterentwickelten Preisschilder „B price“. Sie sind kabellos, können zentral gesteuert werden und verfügen über Farbdisplays, die Kunden mit Hilfe von Grafiken und Videos über die Produkte informieren.

Neben dem optischen spielt das haptische Erleben eine wichtige Rolle im Ladenbau, sagt Sebastian Holzberger, Leiter Marketing bei der Aichinger GmbH (Halle A4, Stand 459). Hochwertige, echte Materialien, Nachhaltigkeit und Qualität seien derzeit die bestimmenden Themen. Hervorgehoben werden müsse vor allem die Einzigartigkeit des jeweiligen Geschäfts oder der Filialen. „Die Marke und ihre Kompetenz müssen erlebbar sein“, betont er. Die Einrichtung solle, beispielsweise mit integrierter Kochstation oder Warmhaltebecken, ermöglichen, das Angebot flexibel den Tageszeiten anzupassen. Gleichzeitig müsse für das Personal alles einfach zu bedienen sein.

Wann man einem Geschäft eine Erneuerung gönnen sollte? „Im Durchschnitt alle acht bis zehn Jahre, wobei es natürlich Ausnahmen gibt“, so Holzberger. „Spätestens wenn der Umsatz absinkt, sollte der Inhaber prüfen, ob der Laden noch den Ansprüchen genügt.“ Eine neue Einrichtung hingegen lockt neue Kunden an; und wer sich wohlfühlt, kommt und kauft gerne wieder. Der Erfolg liesse sich laut Holzberger übrigens nicht nur in gestiegenen Umsätzen messen, sondern auch in gesunkenen Betriebskosten.

„Der Trend geht nach wie vor in Richtung Bäckergastronomie“, sagt Susanne Neumüller, Geschäftsführerin der Schweitzer Ladenbau GmbH (Halle A3 Stand 341). Gerade in der Erweiterung des Angebots liege noch viel Potenzial für Bäcker und Konditoren. Denn längst sind sie nicht nur morgens, sondern auch mittags und abends das Ziel der Kunden. Schweitzer zeigt die passenden Theken und Einrichtungslösungen, aber auch Beleuchtungskonzepte und Marketing Displays, die den Kunden das richtige Angebot zur jeweiligen Tageszeit präsentieren.

Von den Mitbewerbern abheben könne sich der Bäcker mit Erlebniselementen wie „Frontbaking“ und „Frontcooking“. Auf der iba zeigt das Unternehmen Thekenlösungen, die vielseitig einsetzbar sind und bei denen Präsentations- und Arbeitsflächen fliessend ineinander übergehen. Durch ihre integrierte Kühlung können sie im Laufe des Tages verschiedene Aufgaben erfüllen: Morgens halten sie das Frühstücksbüfett frisch, nachmittags die Desserts und abends das Antipasti- Angebot. Und: War es vor kurzem noch der Loungebereich im Sitzraum, der nirgends fehlen durfte, werde das Ganze durch eine „Wohnzimmer- Atmosphäre“ noch gesteigert.

Auf der iba sind unter anderem folgende Ladenbau-Unternehmen vertreten: MW-Schickart, Schweitzer Ladenbau GmbH, Aichinger GmbH, Korte Einrichtungen GmbH, AHA! Einrichtungen GmbH, Wanzl Metallwarenfabrik GmbH, Wedeko GmbH, Schrutka-Peukert GmbH, COSTA GROUP s.r.l., Drutec GmbH & Co. KG, Marso Endüstriyel Sogutma Ltd. Sti., RGR und konzeptwerkstatt merge GmbH & Co. KG. Mehr Informationen unter www.iba.de. (Text: GHM)


München ist auch als Stadt eine Reise wert. Kurz nach der Iba startet das Münchner Oktoberfest: 19.9. bis 4.10.2015 www.oktoberfest.de


iba 2015 - Internationale Fachmesse, Weltmarkt des Backens
12. bis 17.9. 2015
www.iba.de
Die iba 2015 findet auf dem Messegelände München statt. U-Bahn Linie U2 bis Station „Messestadt West“.

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