Food aktuell
Varia
12.7.2006
Fehlende Transparenz bei Nanotechnologie


Der Nanopartikel-Zusatzstoff Siliciumdioxid (Kieselsäure) ist zugelassen als Rieselmittel in Streuwürzen.

Das Konsummagazin «Saldo» hat Christoph Meili, Leiter der Innovationsgesellschaft und St. Galler Nanotech-Fachmann befragt: Laut Meili forschen 200 Firmen der Nahrungsmittelindustrie an Nanotech-Projekten.

Unzählige Konsumprodukte werden laut Saldo mit Nanopartikeln angereichert - ohne Deklaration. Und die Hersteller wollen keine Produktenamen nennen. Meili nennt ein Beispiel: «Dank Nanotechnologie flutscht Ketchup bei Kühlschranktemperatur schön halbflüssig aus der Flasche».

Seit 1999 pröbelt der US-Konzern Kraft Foods in Labors, wie er Nanotechnologie in Lebensmitteln einsetzen könnte. Ob in seinen Produkten (Suchard, Tassimo-Kaffee, Toblerone usw.) bereits Nanotechnologie steckt, wollte Kraft Foods nicht sagen.

Nestlé setzt noch keine Nanotechnologie ein. Im Gegensatz zum deutschen Chemiemulti BASF, der Nano-Vitaminzusätze für Lebensmittel herstellt. So werden Fruchtsäften winzige Farbstoffe (Betacarotin) und Vitamine zugesetzt, die vom Organismus besser aufgenommen werden. BASF wollte gegenüber saldo aber keine Produkte mit Namen nennen.

Spezifische Vorschriften oder Grenzwerte zur Deklaration gibt es für Nanotechnologie nicht. Die Behörden hinken der Realität weit hinterher. Dies wollen jetzt die Grünen mit einer Mitte Mai eingereichten Motion ändern: Der Bundesrat muss Stellung beziehen, ob er Sicherheitsmassnahmen einführen will.

Text: Auszug aus dem Saldo-Bericht vom 7.Juni 2006
Bild: foodaktuell

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