Food aktuell
Varia
27.1.2008
Schweiz punktet als Partnerland der «Grünen Woche»

Die Schweiz als Partnerland punktet an der Grünen Woche in Berlin. Für den Handel sind die Fachmessen aber wichtiger, für die Österreicher auch.


Schweiz und Deutschland im Einklang: Von Links: Urs Schneider, stellvertretender Direktor SBV, und Manfred Bötsch, Direktor BLW. Bundesrätin Doris Leuthard mit Agrarminister Horst Seehofer und Nicolas Senn am Hackbrett.

Die Schweiz ist in diesem Jahr Partnerland an der Grünen Woche in Berlin – und erntete für ihren Auftritt an der offiziellen Eröffnungsfeier vom Donnerstag, 17. Januar einhelliges Lob. Das Showprogramm mit einer Mischung aus traditionellen und modernen Elementen – Streichmusik, Ländlerkappelle und Alphorn trafen auf eine Rockband – und ein selbstbewusster, sympathischer Auftritt von Bundesrätin Doris Leuthard kamen bei den 4‘000 Zuschauern gut an.

Beim traditionellen Eröffnungsrundgang am nächsten Morgen mit dem Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit und dem deutschen Agrarminister Horst Seehofer verweilte der Funktionärs- und Journalistentross lange bei den Schweizer Ständen. Doris Leuthard beim Hackbrettspielen und Horst Seehofer beim Käsehobeln waren dankbare Fotosujets. Leuthard betonte bei verschiedenen Gelegenheiten, dass die Schweiz im Ausland mit ihren Premium-Produkten überzeugen wolle und könne -– mit „zartschmelzender Schokolade, würzigem Käse, blumigen Weinen und hochwertigem Fleisch.”

Neuer Auftritt, anderes Logo

Am Schweizer Auftritt, der neu in edlem Dunkelbraun gehalten ist, stehen wie immer die wichtigen Käsesorten im Vordergrund, aber auch Fleisch, Schokolade, Wein und Milchprodukte werden angeboten. Der Auftritt ist eigentlich ein Auftritt des Bundes: Dieser bezahlte die ganze neue Infrastruktur mit 800‘000 Franken und definierte auch das Logo, einen roten Balken mit dem Schriftzug „Schweiz. Natürlich.”, darüber eine Schweizer Fahne und ein „Grüezi Berlin”.

Für den diesjährigen Auftritt der Schweiz als Partnerland sei das in Ordnung, sagt Urs Bühlmann, Messeverantwortlicher bei Agro- Marketing Suisse, gegenüber dem LID. Künftig wolle man allerdings wieder das Herkunftszeichen Suisse Garantie in den Mittelpunkt rücken.

In Berlin sind auch Marketingorganisationen wie Switzerland Cheese Marketing für den Käse und Proviande für das Fleisch vertreten. Während sich die Fleischbranche derzeit bemüht, im deutschen Markt Fuss zu fassen und sich auf gemeinsame Marketingkonzepte zu einigen, sind die Verkaufskanäle beim Käse etablierter. Es sind denn auch nicht die Käsehändler, die sich in Berlin zeigen, sondern vielmehr die Sortenorganisationen, die hier werben.


„Die Händler gehen an die Fachmessen”, sagt David Escher, Geschäftsführer von Switzerland Cheese Marketing. „Dort nutzen sie die schlüsselfertige, von uns zur Verfügung gestellte Standinfrastruktur, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kontakte zu pflegen.” Für die SCM selber lohne sich der Auftritt an der Grünen Woche. Das Budget von 70‘000 Franken sei gemessen an der hohen Zahl der Kundenkontakte gut investiertes Geld.

Fachmessen sind nachhaltiger

Gleich neben dem Schweizer Auftritt präsentieren sich in Berlin die Österreicher. Sie haben eine ganze Halle für sich, während die Schweiz rund ein Drittel einer Halle zu besetzen vermag. „Das ist historisch bedingt”, sagt Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria (AMA). „Wir sind bereits seit 40 Jahren hier.” Inzwischen buhlen auch eine ganze Menge osteuropäischer und aussereuropäischer Aussteller um den Platz in den Berliner Messehallen.

Es seien auch immer die gleichen Händler, die hierherkommen, sagt Mikinovic. Diese machten in Berlin zwar ein Geschäft, aber eigentlich seien die Fachmessen wichtiger, auch für die AMA selber, „dort können wir zwischen Verkäufern und Einkäufern Kontakte vermitteln.” Die Grüne Woche sei da weniger nachhaltig, weil die Berliner Kunden nicht wüssten, ob und wo sie ein Produkt erhalten, dass sie auf der Messe gekauft haben. Um die deutschen Kunden wirksamer für Österreicher Produkte zu gewinnen, organisiert die AMA mit Kaufhäusern wie Tengelmann oder Kaiser‘s zusammen Österreicher Aktionswochen.

Text: LID / Roland Wyss-Aerni. Bilder: foodaktuell.ch

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