Obschon immer weniger Emmentalerkäse produziert wird, gibt es zuviel davon. Jetzt wollen die Grosslochkäser auf Emmentalerproduktion umsteigen, weil Emmi sie nicht mehr will.
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Die Zukunft der Produzenten von Switzerland
Swiss sieht nicht rosig aus. Der Milchverarbeiter
Emmi will seinen fünf Lieferanten
den Grosslochkäse – die eckige
Variante des Emmentalers, die nicht nach
den AOC-Richtlinien hergestellt wird –
künftig nicht mehr abnehmen. Der Grund:
Im letzten Sommer hat Emmi seinen Produktionsstandort
in Landquart GR ausgebaut
und will mittelfristig selber Grosslochkäse
produzieren.
„Wir versprechen uns
gewisse Preisvorteile”, erklärt Emmi-Sprecherin
Ruth Stadelmann den Entscheid. Es
sei effizienter, nur an einem Standort Grosslochkäse
herzustellen, als sich von fünf verschiedenen
gewerblichen Käsern beliefern
zu lassen. Emmis Vorgehen wundert Anton
Schmutz, Direktor des Käserverbandes
Fromarte, nicht. „Emmi hat die gewerblichen
Käsereien am Anfang gebraucht, um
den Markt für Grosslochkäse aufzubauen”,
sagt er. Jetzt, wo der Markt bestehe, wolle
Emmi die Lieferanten wieder abschieben.
Käser sind nicht willkommen
Auf einen genauen Zeitpunkt für den Abnahmestopp
will sich Emmi nicht festlegen.
Aber die betroffenen Grosslochkäser suchen
bereits jetzt nach Alternativen. Die
naheliegendste wäre der Umstieg auf die
Produktion von rundem Emmentaler AOC.
Doch auch bei der Sortenorganisation Emmentaler
Switzerland (ES), zu der sich die
meisten Emmentaler-Käser, -Milchproduzenten
und -Händler zusammengeschlossen
haben, werden sie nicht mit offenen Armen
empfangen.
Die Emmentalerlager sind
bis oben gefüllt, ein Teil des Käses kann
nicht abgesetzt werden. 2006 wurden rund
33‘500 Tonnen Emmentalerkäse produziert.
Um die Lager abzubauen, hat die Sortenorganisation
die Jahresproduktion von
Emmentaler AOC im letzten Frühling auf
32‘000 Tonnen reduziert.
Für die Emmentalerkäser heisst dies, dass
sie ihre Produktionskapazitäten derzeit
nicht voll auslasten können. Auch in Zukunft
ist nicht mit einer Besserung zu rechnen.
„Unser Ziel ist es, den heutigen Lagerbestand
von 8‘000 auf 6‘000 Tonnen zu
reduzieren”, sagt Christoph Räz, selber Käser
in Detligen BE und Mitglied der Interessensgemeinschaft
Emmentaler. Kein Wunder
also, sind die Grosslochkäser bei den
Emmentalerkäsern nicht willkommen. Denn
würden zusätzlich zu den Emmentalerkäsern
auch noch die Grosslochkäser Emmentaler
AOC produzieren, würde laut Räz
die Produktionsmenge von Emmentaler
AOC um 3‘000 auf 35‘000 Tonnen pro Jahr
steigen.
Wenn nicht mit, dann neben
den Emmentalerkäsern
Die Grosslochkäser sind also nirgends erwünscht:
Emmi will sie abschieben, die ES
will sie nicht aufnehmen. Die betroffenen Grosslochkäser verstehen zwar, dass sie bei
den Emmentalerkäsern nicht willkommen
sind, da letztere selbst schon zu viel Käse
produzieren. Dennoch sehen sie keine andere
Möglichkeit, als auf die Produktion
von Emmentaler AOC umzusteigen.
Einer der betroffenen Grosslochkäser ist
Fredy Beer aus Eggethof TG. Beer produziert
derzeit jährlich 400 Tonnen Grosslochkäse,
die er derzeit noch an Emmi liefert. Er
hat im letzten Jahr 250‘000 Franken in seine
Käserei investiert, um Emmentaler AOC
produzieren zu können.
Grosslochkäse Switzerland Swiss
Grosslochkäse ist der viereckige Bruder des runden Emmentaler AOC, er ist auch bekannt unter dem Namen Switzerland Swiss. Der grösste Anteil wird exportiert, der Rest zu Schmelzware wie beispielsweise Fondue verarbeitet. Grosslochkäse muss nicht die Bedingungen des AOC-Pflichtenhefts erfüllen. Während Emmentaler AOC aus Rohmilch hergestellt wird, wird die Milch für Switzerland Swiss mit Hitze behandelt. Die Milch für Emmentaler AOC muss auf einem Betrieb hergestellt werden, der sich im Umkreis von 50 Kilometern der Käserei befindet.
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Auch Grosslochkäser
Guido Eberle aus Bonau TG liefert seinen
Grosslochkäse noch an Emmi, will aber
auf die Produktion von Emmentaler AOC
umsteigen. Werden sie nicht in die Sortenorganisation
ES aufgenommen, gäbe es für
die Käser nur eine Alternative. „Ich müsste
wohl oder übel meinen Emmentaler AOC
ausserhalb der Sortenorganisation produzieren”,
sagt Guido Eberle.
Käufer wären
vorhanden. „Es ist alles eine Frage des
Preises”, weiss Beer. Würden die Käser ausserhalb
der Sortenorganisation ihren Käse
billiger verkaufen, würde der gesamte Emmentaler
AOC-Markt unter Preisdruck geraten.
Die Produktion ausserhalb der Sortenorganisation
sehen aber beide Käser als
Notlösung.
Sortenorganisation ist in der Zwickmühle
ES ist in der Zwickmühle.
Nimmt sie die Grosslochkäser auf,
könnten die derzeitigen Mitglieder noch
weniger Emmentalerkäse produzieren als
jetzt. Lehnt ES die Gesuche ab, produzieren
die Grosslochkäser ihren Emmentaler AOC
trotzdem – beide Lösungen schaden der
Sortenorganisation, weil so oder so mehr
Emmentaler AOC auf den Markt gelangen
und auf den Preis drücken würde.
Derzeit
steht fest: In die Sortenorganisation aufnehmen
will man die Grosslochkäser vorerst
nicht. „Solange die Produzenten von
Emmentaler AOC nicht voll produzieren
können, ist die Umstellung von Grosslochkäse
auf Emmentaler AOC schwierig umzusetzen”,
sagt ES-Geschäftsführer Arthur Fasel. (Quelle LID, Helene Soltermann)
(gb)
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