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4.8.2015: nachrichten
4.8.2015
Bund und Industrie wollen Zucker reduzieren

Bundesrat und Schweizer Lebensmittelhersteller haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Zuckergehalte in Joghurts und Frühstückscerealien zu reduzieren.



Mehrere grosse Lebensmittelhersteller wollen einige ihrer Produkte gesünder machen. Schon im 2011 versprachen sie, im Rahmen der Initiative actionsanté Fett- und Salzgehalte freiwillig zu reduzieren. Auch vom Zucker war damals schon die Rede.
Bild: Zuckerzugabe bei der Joghurtherstellung.


Bundesrat Alain Berset und zehn Schweizer Produzenten und Verteiler von Lebensmitteln haben heute 4.8.2015 im Schweizer Pavillon an der Expo Mailand ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel dieser Absichtserklärung ist, den Zuckergehalt in Joghurts und Frühstückscerealien zu reduzieren. Dabei handelt es sich um Vertreter von bio-familia AG, Bossy Céréales SA, Coop Genossenschaft, Cremo SA, Emmi Gruppe, Migros-Genossenschafts-Bund, Molkerei Lanz AG, Nestlé Suisse S.A., Schweizerische Schälmühle E. Zwicky AG und Wander AG.

Ein Vertreter der Foederation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien wird ebenfalls anwesend sein. Die Wirtschaftsvertretenden erklären sich darin bereit, die Rezepturen von Joghurt und Frühstückscerealien zu überprüfen und gemeinsam mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) Zielwerte zur Reduktion von Zucker zu erarbeiten.

Das Memorandum dient als Basis für die Erarbeitung von freiwilligen Aktionsversprechen im Rahmen der Initiative actionsanté. Diese Initiative des BLV und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) unterstützt Unternehmen, die sich für die Förderung eines gesunden Lebensstils einsetzen. Die detaillierten Aktionsversprechen werden anschliessend zwischen der Lebensmittelindustrie respektive dem Detailhandel und dem BLV konkretisiert. Die Umsetzung ist schrittweise über die nächsten vier Jahre geplant.

Grundlage für das MoU ist der 6. Schweizerische Ernährungsbericht aus dem Jahr 2013. Dieser hat gezeigt, dass der Verzehr von Fertigprodukten und sogenanntem „Convenience-Food" in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Die oft ungünstige Zusammensetzung der verarbeiteten Lebensmittel trägt dazu bei, dass mehr Energie, Salz, Fett und Zucker konsumiert wird als empfohlen. Die Folge ist eine Zunahme von Fettleibigkeit und nichtübertragbaren Krankheiten (NCD) wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Industrie als Partner für eine gesunde Ernährung

Optimierte Rezepturen bei verarbeiteten Lebensmitteln spielen bei der Förderung einer gesunden Ernährung eine wichtige Rolle. Damit kann erreicht werden, dass verarbeitete Lebensmittel zum Beispiel weniger Zucker oder Salz enthalten aber weiterhin gut schmecken.

Im Rahmen der Salzstrategie des BLV kann die Lebensmittelindustrie erste Erfolge vorweisen. So wurde der Salzgehalt in Produkten wie Pizza, Pasta, Suppen, Salate, Fertiggerichte und Brot aufgrund von freiwilligem Engagement der Hersteller vielerorts reduziert. Die Erfahrungen aus der Salzstrategie will das BLV nun im Bereich der Zuckerreduktion bei verarbeiteten Lebensmitteln anwenden. (Text: BLV 4. August 2015)

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